Zwei Brüder

 

Teil 1: Eden

 

Es war einmal ein König, der sein Reich mit Stolz, Vernunft und voller Güte regierte. Das Volk liebte ihn, selbst der kleinste Bauer lebte im Wohlstand. Der König ließ sich nicht lumpen, mit seinen Bürgern Feste zu feiern und so fanden oftmals im Hofe der Stadt prunkvolle Feiern statt und jeder hatte die Möglichkeit mit dem König persönlich zu sprechen. Als ihm seine Gemahlin einen Sohn gebar, war auch das Volk überglücklich und überhäufte das Königspaar mit Geschenken, Segen und wünschten ihm Anmut, Stärke und Schönheit. Er war wahrlich ein hübscher Junge mit blond gelocktem Haar und stahlblauen Augen, die jetzt schon seinen Ehrgeiz zum Ausdruck bringen konnten. Sie tauften ihn auf den Namen Mären und er war ihr ganzer Stolz.

Drei Jahre darauf gebar die Königin einen weiteren Sohn, der sich äußerlich völlig von Mären unterschied. Wyrden, wie der Königssohn fortan heißen sollte, schlug äußerlich mehr nach seinem Vater, schwarzes Haar und dunkle Augen, die fast in die Seele eines Menschen blicken konnte. Innerlich besaß er jedoch mehr seiner Mutter, er war gütig, hilfsbereit und jederzeit bereit, sich für andere aufzuopfern.

Mären dagegen sollte bald ein starker und selbstsicherer Mann werden, ein Führer, ein Herrscher. Doch bis dahin blieben noch Jahre und kam es, dass Mären sich überaus über die Geburt seines jüngeren Bruders freute. Täglich saß er neben seinem Bettchen, erzählte ihm Geschichten oder bewegte das Mobile, das über seinem Kissen schwebte. Er vergötterte den kleinen Jungen mit dem struppigen schwarzen Haar, wollte alle Zeit der Welt mit ihm verbringen, mit ihm Abenteuer erleben, gemeinsam lachen und Schelme mit den Bediensteten treiben. Als die Jahre so ins Land gingen, wurden seine Wünsche erfüllt und so tobten die beiden Jungen im Garten, spielten sie seien Piraten oder große Eroberer.

Wyrden fiel hin und schlug sich an einem spitzen Stein das Knie auf. Mären war sofort an seiner Seite um ihn zu trösten. So war es immer. Mären war immer für seinen kleinen Bruder da, unterstütze ihn und nahm sogar die Schuld auf sich, wenn Wyrden etwas ausgefressen hatte.

Als Mären älter wurde begann sein Vater ihm die verschiedenen Lehren eines Herrschers beizubringen. So lernte er lesen und schreiben, so wie reiten, fechten, Bogenschießen und nahm sogar an regierungswichtigen Sitzungen teil.

Wyrden war für die meisten Sachen zu jung und so saß er oft still da, las ein Buch, schrieb Gedichte oder verbrachte die Zeit einfach in sich gekehrt und dachte über alles aus der Welt nach. Oft verbrachte auch seine Mutter viel Zeit mit ihm, philosophierte über dies und jenes, trank mit ihm Tee oder führte mit ihm anregende Gespräche. Sie liebte Wyrden fast ein wenig mehr als Mären und schämte sich beinahe dafür. Wyrden verstand sie einfach mehr, mit ihm konnte sie reden, während Mären mehr der Typ war, der handelte. Es fehlte ihm Wyrdens Sensibilität und der Blick für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Er war ein Kämpfer, genau wie sein Vater, er war stark, mutig, ein Mann von Welt.

Wyrden dagegen war zart, gutmütig und gütig. Er würde zu einem weisen Mann heranwachsen, den man lieben und mit dem man sich verstehen würde.

 

Alsbald brach der Krieg aus und so ritt der König mit seinem Heer davon. Mären war nun der Mann im Haus und so brachte er Wyrden alles bei, was er bei seinem Vater gelernt hatte. Er zeigte ihm wie man zu Pferde ritt, den Bogen richtig spannte und verlor niemals die Geduld, auch wenn sich Wyrden oftmals ziemlich schusselig anstellte. Er ging mit ihm Jagen und zeigte ihm sogar, wie man einen Walzer tanzte, damit er auch einmal ein Mädchen zum Tanze vordern konnte.

Wyrden liebte diese Zeit, er sah zu seinem Bruder auf, bewunderte ihn. Nichts auf der Welt konnte im Moment schöner für ihn sein, als die Zeit mit seinem Bruder.

Nach zwei weiteren Jahren waren die beiden zu stattlichen Burschen herangewachsen. Der König kehrte wieder ein, doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Krank kam er zurück, vom Wahnsinn befallen, den der Krieg in ihm ausgelöst hatte.

Schon bald konnte er seinem Volk nicht mehr dienen, konnte sein Land nicht mehr regieren. Er wusste oftmals nicht mehr wer oder wo er war, sah überall in jeder Ecke Schatten lauern, brach schweißgebadet aus dem Schlaf auf und hoffte, die Schrecken würden bald verschwinden. Der Königin wurde das Herz schwer, eines Tages musste sie sogar im Bett bleiben, da sie einen Schwächeanfall erlitt. Sie trauerte um ihren Mann, der verloren schien, nicht tot, sein Geist jedoch auch nicht mehr lebendig. Auch das Volk war traurig, überall hörte man Wehklagen, die Straßen waren erfüllt von traurigen Gesängen, in der Kirche richtete man ihm einen Altar und betete, dass er wieder zu sich finden würde.

Als dies nicht geschah, stand fest, dass der König einen Nachfolger bräuchte und so fiel die Wahl natürlich auf seinen erstgeborenen. Mären.

 

Teil 2: Pandora

 

Es war noch früh am Morgen, die ersten Sonnestrahlen durchbrachen die Nacht und trieben sie fort. Nebelschwaden hingen über dem Land, der Morgentau tropfte von den Wiesen und Pflanzen herab.

Schon lange war Mären hellwach. Er konnte nicht schlafen, war zu unruhig zu aufgewühlt. Heute war sein großer Tag, doch lag auch Trauer auf seinem Gemüt. Heute würde er zum König gekrönt werden, doch dass er König werden würde, da sein Vater dem Wahnsinn verfallen war, trübte seine Stimmung. Er starrte hinaus in die Welt, fühlte sich bereit für die Aufgabe, die ihm zuteil und wollte diese so gut lösen, wie er nur konnte. Lange stand er am Fenster, starrte hinaus und grübelte. Bis Wyrden hereinkam und ihm den Wink gab, sich bereit zu machen. Er legte Mären eine Hand auf die Schulter um ihm Trost zu spenden, so wie Mären es damals bei ihm immer tat. Die Brüder hatten eine so enge Bindung, dass sie sich ohne Worte verstanden, dieselben Gedanken hatten und alle ihre Geheimnisse teilten. So brauchten sie nicht miteinander zu sprechen um zu wissen, was der andere fühlte. Beide trauerten, doch freuten sie sich auch gemeinsam für Mären.

Wyrden war unheimlich stolz auf seinen großen Bruder und so stieg seine Bewunderung zu ihm noch mehr. Er sah zu ihm auf, das hatte er immer getan und er war felsenfest davon überzeugt, dass Mären ebenso ein guter Herrscher sein würde, wie es ihr Vater gewesen war.

 

Nachdem Mären König wurde, schickte es sich an, dass er bald eine Königin an seiner Seite haben sollte. Und so sollte es sein. Mären hatte die schönste, klügste und liebevollste Prinzessin ergattert, die je ein Volk zu Gesicht bekam. Und so kam es, dass sie Hochzeit feierten und sie in seine Ländereinen einzog. Auch dafür bewunderte Wyrden ihn, er neidete nicht. Mären hatte eine stattliche Königin, so wie es sich für einen stattlichen König gehörte.

Die Eltern von Mären und Wyrden zogen in ein kleines Schlösschen nicht weit entfernt, damit sie das junge Glück des jungen Paares nicht störten. 

Auch Wyrden verließ schon bald die heimatlichen Gefilde und zog auf ein Landgut, wo er als Graf herrschte. Wo er auch hinging war er beliebt, das Volk liebte ihn, wie es damals auch seinen Vater liebte. Gerne verbrachten die Menschen die Zeit, unterhielten sich oder feierten mit ihm. Nur in der Liebe hatte Wyrden bisher kein Glück und so kam es, dass Mären ihn immer damit aufzog und meinte, er würde wohl nie eine Frau finden. Manchmal lachte er sogar herzhaft über seinen eigenen Schelm.

Doch Wyrden war zufrieden, er lebte nicht allzu prunkvoll, mochte es bescheiden und hatte auch nur das Nötigste an Einrichtung obwohl er doch sehr wohlhabend war. Lieber gab er das Geld seinem Volk, kümmerte sich darum, dass es genug zu essen hatte und half mit, die medizinischen Unterkünfte zu verbessern.

Eines Tages erhielt er die Nachricht, dass das Volk in Märens Reich Hunger leiden müsse. Der Wohlstand sei vorüber, ein dunkler grauer Schleier zog sich über das Land und ritzte den Bewohnern tiefe Falten und Furchen in die Gesichter. Sie arbeiteten hart um genug Essen aufbringen zu können, damit die Kinder nicht verendeten, zahlten hohe Steuern und versuchten sich irgendwie so über Wasser zu halten.

Bald darauf stattete Mären ihm einen Besuch ab. Auch er sah müde aus, tiefe Falten hatten sich bereits unter seine Augen gegraben, seine Haut wirkte wie Pergament und sein Gesicht war aschfahl.

Er ließ sich jedoch nichts anmerken, redete mit Wyrden wie in alten Zeiten und neckte ihn auch wieder wegen der fehlenden Ehefrau. Seine Maid hatte soeben das dritte Kind geboren und so war es längst auch für Wyrden zeit, endlich Vater zu werden. Wyrden jedoch winkte ab, meinte, dass es vielleicht gar nicht seine Bestimmung sei und das Kinder vielleicht gar nichts für ihn wären.

Mären lachte nur, wurde jedoch ganz schnell sehr ernst. Er hatte einen Grund, warum er Wyrden aufsuchte. Er brauchte Geld, viel Geld. Seine Schatzkammern waren leer, nur noch Staub sammelte sich darin an und Spinnen flochten ihre Netze.

Wyrden zögerte nicht und öffnete bereitwillig seine Kammern für ihn und so zog Mären wieder von dannen, mit den Taschen voll Gold und brachte den Reichtum zurück in sein Land.

Märens Mutter sandte ihm bald Nachricht, er solle sich um seinen Vater kümmern, ihn beherbergen, da sie am Ende sei. Ihr Leid und das Schicksal ihres Mannes machten sie krank und gebrechlich. Der Schmerz war zu groß als das er jemals wieder heilen könnte.

So zog der alte König wieder bei Mären ein und verbrachte fortan seine Tage damit, im Garten zu spazieren und wild vor sich hinzusäuseln. Eines Abends kam es dazu, dass die Familie zu Tische war. Der König blickte starr auf seinen Teller, der Sabber rann ihm vom Kinn herab, den  Blick glasig und leer. Ein Diener kam an den Tisch um Wein nachzuschenken, was den König völlig unerwartet traf. Voller  Panik schrak er hoch, stieß dabei eine Kerze um und verbrannte Märens jüngsten Sohn am Arm. Dieser schrie auf und brach vor Schmerz in Tränen aus.

Der alte Mann wimmerte mit, so wusste er doch nicht einmal mehr, was um ihn herum geschah. Mären jedoch sah rot, packte den Greis am Arm und zerrte ihn hinaus auf den Hof. Er solle verschwinden und sich niemals wieder sehen lassen. „Hinaus du Narr!“, schrie er den Mann an, der auf Knien an seinem Bein hing und um Vergebung bettelte. Doch Mären zeigte keine Gnade und schickte seinen Vater fort.

Dieser irrte verwirrt durch den Wald, zog sich die Kleider fest an seinen Körper, denn der Winter war bereits eingetroffen, unbarmherzig und hart.

Seine traurigen Rufe um Vergebung und sein Wimmern hallten von den Bäumen wider, der Wald sang sein Wehklagen im Chor.

 

Teil 3: Atropos

 

Mären saß müde auf seinem Thron, das Kinn fast auf seiner Brust gebettet, einen Weinkelch in der Hand, als ein junger Mann zu ihm trat um schlechte Kunde auszurufen. Man habe seinen Vater gefunden, schlafend gelehnt an einem Baum, das Gesicht von Tränen verzerrt. Er war erfroren, so waren seine Kleider zu dünn, sein Gemüt zu alt und der Winter zu kalt.

Wutentbrannt schleuderte er den Kelch an eine der Säulen, die den hohen Raum stützten, Wein spritzte überall die Wände voll, perlte von den Säulen und rann auf den kalten Boden herab, wie das warme Blut, das durch seine Adern floss.

Er fühlte weder Schmerz, noch Reue. Wut. Er war nur unglaublich wütend auf den dusseligen Tattergreis, der es wagte sein Elend noch zu verschlimmern. Denn wieder war es soweit, dass die Schatzkammern sich leerten und das Volk hungern musste.

Auch Wyrden erfuhr die Trauernachricht und reiste so schnell wie möglich an, um an der Bestattung teil zu nehmen und seiner Familie bei zu stehen.

Das Gesicht der Witwe war verschleiert. Schwach hielt sie sich auf den Beinen. Märens Gemahlin musste sie stützen, damit sie nicht in den Schnee fiel. Sie machte Mären keinen Vorwurf, doch lag der Hauch ihres brechenden Herzens in der Luft, die Anklagenden Stimmen riefen seinen Namen und streuten ihn in die Welt hinaus.

 

In einer ruhigen Minute nahm Mären seinen Bruder zur Seite und bat ihn noch einmal um eine kleine Gabe aus seiner Schatzkammer. Wyrden, gütig wie er war, sagte nicht nein und gab ihm auch diesmal einen Anteil seines Reichtums, der täglich mehr zu werden schien.

Die Jahre gingen ins Land, doch Märens Reich schien sich niemals wieder erholen zu wollen. Der Tod des Königs erschütterte das Land noch immer, die Menschen waren unglücklich und voller Trauer. Der graue Schleier wollte nicht fort ziehen, die Pest brach über das Reich herein und raffte viele dahin. So auch Märens Kinder und dessen Frau.

In tiefster Bestürzung ertrank er seinen Kummer in Wein und übersah, wie sein Volk sich täglich quälte. Wyrden reiste an um ihn zu stützen, doch er lehnte seine Hilfe ab. „Hinaus du nichtsnutziger Trottel!“, schrie er ihn an. „Nichts hast du je für mich getan, niemals hast du dich einen Dreck darum geschert, was aus mir wird oder wie es mir erging.“

Gekränkt und bestürzt ritt Wyrden zurück nach Hause, und ließ es sich nicht nehmen, seiner Mutter einen Besuch abzustatten. Sie war blass wie immer seit dem Tage, als ihr Mann wahnsinnig vom Krieg zurückkam. Und ihre Miene wurde gequält, als Wyrden ihr von Märens Verhalten berichtete. „Sorge dich nicht mein Sohn“, sprach sie, „schon bald wird er darüber hinwegkommen. Sei nicht böse mit ihm, er habe jene verloren, die ihm am Wichtigsten erschienen. Du darfst dich jetzt nicht von ihm abwenden, er braucht dich mehr denn je.“

Wyrden nickte bekräftigt und ritt zurück in seine Gemächer. Er schrieb Mären liebevolle Zeilen, erzählte von ihrer Jugend und wie sehr er ihn schon immer bewunderte. Er schrieb ihm aufheiternde Briefe, voller Liebe und Zuneigung, um Märens Gemüt endlich wieder aufzuhellen. Doch die Antwort blieb aus.

Boten berichteten ihm, dass Mären noch lebte und das allein schien ihn schon zu beruhigen.

 

Eines Tages erfasste Wyrden die Schwindsucht, konnte sich fast nicht mehr auf den Beinen halten und wand sich unter krampfhaften Hustenanfällen. Er wurde so schwach, dass er nicht anders konnte, als das Bett zu hüten und an die Decke zu starren.

„Bruder, …“, nuschelte er im Fieber vor sich hin. „Ich könnte morgen sterben und du würdest es nicht wissen.“

Drei Tage darauf raffte es ihn dahin und die Schmerzensschreie der Bewohner drangen bis zum Schloss seiner Mutter, die in Tränen zusammenbrach. Ihr Aufschrei schien die Erde zu erschüttern, ein Gewitter zog auf, der schlimmste Sturm seit Jahren zog sich über das Land. Sie weinte, bis sie keine Tränen mehr hatte, bis sie völlig ausgetrocknet schien. Sie sah zum Himmel hinauf als wolle sie Gott anklagen, warum er ihr ihren liebsten Sohn nahm, das einzig schöne im Leben, das ihr noch blieb. Sie ertrug diesen Verlust nicht und so schlug ihr Herz ganz langsam. Poch. Poch. Poch. Noch ein Klang, der mit dem Donnerschlag verhallte. Poch. Und dann brach sie zusammen.

Sie starb, starb an gebrochenem Herzen, starb an ihrem Kummer, starb in ihrer Trauer.

 

Ein Bote stürmte zu Mären in den Saal, völlig durchnässt vom Regen, erschöpft von dem Sturm, zitternd vor Kälte und brachte ihm die düsteren Nachrichten. Mären sank auf die Knie. Auf einmal schien sein Blick völlig klar, sein Geist war wach, sein Herz war offen.

„Was habe ich getan?“, fragte er, seine Stimme nicht mehr als ein Flüstern. Schuldgefühle überkamen ihn. Er dachte an seinen Vater, wie er ihn fortschickte, wie er ihn in den Tod trieb, nur weil er ihm nicht vergeben konnte. Er tötete seinen Vater, einen armen alten Greis, der nicht einmal mehr wusste, wer er war. Was hatte er getan?

Reue breitete sich in ihm aus. Gott bestrafte ihn als er ihm sein Weib und seine Kinder stahl. Seine Unbarmherzigkeit wurde ihm bewusst.

In einem Jahr hatte er alles verloren, was ihm wirklich wichtig war. Verstoßen hatte er die, die ihn liebten, getötet hatte er die, die für ihn da waren.

Undankbarkeit fraß ihn auf, Schuld stach ihm wie ein Messer ins Herz. „Was habe ich getan?“, fragte er noch einmal und ertrug den Gedanken nicht länger, all die Menschen zutiefst verletzt zu haben, die an ihn glaubten, die zu ihm aufsahen, die ihn liebten.

Er ertrug den Gedanken nicht, selbstsüchtig und egoistisch gewesen zu sein, ertrug den Gedanken nicht, nur an sich gedacht zu haben und sich einen Dreck um die anderen geschert zu haben.

Sein Blick war klar, sein Geist war wach und er konnte nicht eine Minute länger mit diesen Sünden leben, die er begangen hatte.

Er sah durch das Fenster gen Himmel hinaus und flehte Gott um Vergebung an, zog seinen Dolch aus dem Schaft, erhob ihn hoch über seinen Kopf, sodass die Silhouette einen Kontrast zu dem grauen und dunklen Himmel zeigte.

Mit einem kräftigen Stoß, rammte er sich den Dolch ins Herz. Die Luft blieb ihm weg, als sein Körper den Schmerz wahrnahm, seine Hand zitterte, als das Blut über seine Finger floss und er es nicht mehr aufhalten konnte. Seine Diener eilten ihm zu Hilfe, doch als sie bei ihm ankamen brach er schon auf dem kalten Marmor zusammen, blickte durch das Fenster in den Himmel und flehte noch einmal ganz still um Vergebung.

 

 

 

 

© Gina Armstark (28. bis 29. september  2012)


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