Glücksspiel

 

 

Noch warf er einen letzten Blick in den Spiegel und knöpfte sein Jackett zu. Er war keine Schönheit, hatte eine krumme Hakennase, sein schütteres Haar war beinahe grau, obwohl er an Jahren, noch nicht einmal die 30 erlangt hatte. Seine Augen waren grün mit gesprenkeltem Braun, doch sehr besonders schienen sie nicht zu sein. Frauen meinten oft, er hätte ein seltsames Gemüt, Freunde meinten, er sähe aus, als würde er alle Lasten des Lebens auf seinen Schultern tragen. Er machte sich nichts daraus, denn er war stolz und selbst, wenn andere Zweifel an ihm hatten, so wusste er doch tief in seinem Inneren, dass er Aufmerksamkeit verdient hätte. Dass er schön und besonders sei, auch wenn dies nicht den Anschein machte.
Er ging hinaus zur Tür, ins Casino. "Heute spiele ich um des Lebens Glück."
Und so begann er ein Spiel nach dem anderen, Karten wanderten über den Tisch, Chips wurden gelegt, Geld wurde geboten. Und er verlor. Er verlor beinahe alles, bis auf ein paar Groschen. Am Ende saß nur noch ein einziger Mitspieler am Tisch. Vornehm war er gekleidet, die Haare exakt gekämmt, das Gesicht ohne jeden Makel.
"Noch ein Spiel.", dachte er. "Noch eines und diesmal wirst du als Sieger von diesem Tisch gehen." Der Fremde brachte seinen Einsatz. Er zählte sein Geld, hoffte es würde reichen. Und auf den Cent genau, reichte es aus, um noch eine Runde mitzuspielen, noch einmal sein Glück zu versuchen. Der Einsatz war gegeben, die Karten lagen auf dem Tisch und er wartete. "So lange habe ich auf den Sieg gehofft, gewartet und nun endlich, werde ich am Zuge sein und als Sieger hervor gehen."
Die letzten Karten wurden aufgedeckt, das Ergebnis wird verkündet: "Und der gesamte Betrag geht an den gutaussehenden, vornehmen Herren, ich gratuliere."

 

 

 

 

 

© Gina (17. september 2010)



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