Emotions..

Hopes..

Illusions..

and a lot of FUN :D

Do

19

Sep

2013

Frühlingserwachen

Erwachen.

Er erwachte früh am Morgen. Die Sonne stahl sich durch die Nebel umwabenden, stark in der Erde verankerten Baumstämme der Tannen, welche dicht an seinem Haus wuchsen und es von der Straße abschirmten.

Er blinzelte und ließ das Licht auf sein Gesicht scheinen, zog tief die frische Morgenluft ein, die sich durch das geöffnete Fenster mogelte.

Noch einmal schloss er die Augen und ließ den Morgen auf sich wirken. Das leise zwitschern der Vögel, das knistern des Grases und das zirpen der Grillen. Alles schien perfekt, die Welt war im Einklang mit ihm.

Er fühlte sich als könnte er Bäume ausreißen, die Wälder neu formen, gar die Welt verändern. Tief in seinem Inneren wusste er plötzlich, dass er bereit war, bereit für Neues, bereit dafür zu Leben.

Förmlich aus dem Bett springend, zog er seinen Morgenrock über und rannte auf die Veranda. Freiheit. Dieses Gefühl umgab ihn. Sein Herz klopfte wild gegen seine Brust. Er wusste er konnte nun alles erreichen, er hatte nichts mehr zu verlieren.

 

Nachdem er sich angezogen hatte, begann er seine neu gewonnene Energie zu nutzen. Er malte, musizierte, ging spazieren durch den Wald. Er hatte keine Sorgen, er war frei. Frei von all der Grübelei. Er mochte nicht mehr darüber nachdenken, was morgen war, wie seine Finanzlage war, wie er es schaffen sollte den nächsten Tag zu überleben.

Freiheit. Das war sein neues Motto. Leben und frei sein, das war nun alles was zählte, denn endlich hatte er Zeit für sich. Endlich gab es IHN und sonst niemanden. Jahrelang war er für alle da, machte sich ein schlechtes Gewissen, machte sich Sorgen um alle anderen, Sorgen um das weiter kommen. Endlich war die Zeit da, die Zeit des Egoismus. Er war frei und konnte alles machen, worauf er immer Lust hatte.

Er wollte es, er wollte es so sehr, dass es fast schon wieder wehtat.

 

Nachdem er einige Tage einfach so ins nichts lebte, es einfach darauf ankommen ließ, was als nächstes passierte, begann er doch wieder zu planen. An die Zukunft wollte er denken und vor allem, was der nächste Schritt war. Er wollte weiter kommen und vor allem wollte er sich sicher sein, was er möchte, herausfinden wer er wirklich war.

 

Schlafen.

Er saß im Pyjama, eingelullt in seinen Morgenrock, im Schaukelstuhl auf der Veranda. Er sah hinter den Tannen langsam die Sonne untergehen. Nach all den Tagen und Wochen des überdrehten Lebens, des Planens, war sie wieder da. Die Ruhelosigkeit, die Angst, die Panik. Die Vernunft klopfte an seinen Kopf und schrie ihn laut an. Er wollte nicht hören, aber er schien doch zu müssen. Er saß da und bewegte sich nicht auch nicht als er fröstelte. Sein Atem zog kleine Rauchschwaden in die Luft und umringten ihn. Sie war wieder da, die Stimme in seinem Kopf, die seine Traurigkeit entflammte.

Wieder schien er am gleichen Punkt angekommen zu sein, wieder schien er in der Sackgasse zu stecken. Fragen schossen ihm wieder durch den Kopf, die Fragen, ob seine Entscheidung falsch war, ob sein Handeln richtig war.

Die Zweifel schnürten ihm die Kehle zu, die Angst kroch ihm in die Glieder. Was wenn er stürzte? Wer war da um ihn zu fangen?

Was wenn er am Ende erneut den falschen Weg gewählt hatte?

Langsam stand er auf, wickelte den Morgenrock fest um seinen dürren Leib und schlürfte nach oben in sein Schlafzimmer. Dort schlug er die Überdecke zur Seite und kroch ins Bett.

Schlafen. Er wollte schlafen, den Geist ruhen lassen. Er wollte den Kopf frei haben, frei von all den Gedanken, die ihn jahrelang schon quälten.

Er wollte schlafen, um all dem zu entfliehen, vor dem er Angst hatte.

 

 

 

 

© Gina Armstark (19. september 2013)

 

 

Dieser Text ist Copyright geschützt. Jeglicher Missbrauch
oder Diebstahl wird strafrechtlich verfolgt und mit harten Konsequenzen geandet! 

 

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Mo

24

Jun

2013

Das Ende der Regenzeit

Reglos stehen die trockenen Grashalme da. Ein Summen dringt aus den Tiefen der Erde. Kein Lüftchen weht.

Die Sonne verbrennt die letzten Reste der Spitzen; des einst so saftigen Grüns. Gierig reckt es sich dem Himmel entgegen, als wolle es nach etwas greifen. Ihm dürstet nach Wasser, doch das kühle, erholsame Nass bleibt aus.

Schon Wochenlang dauert die gähnende Hitze an. Die Insekten tummeln sich an den Halmen; suchend und forschend bewegen sie sich vorwärts. Nichts.

 

Ein rehbraunes Augenpaar folgt einer Fliege am Fenster. Auf und nieder springen die Pupillen, langsam. Träge.

Wie in Zeitlupe bewegen sich die Flügel des Insekts. Stille.

Kein Laut ist zu vernehmen.

Dem Anschein nach, vermag die Fliege einfach lautlos in der Luft zu stehen. Stehend wie die Luft von der Hitze der Sonne.

 

Schweigen.

Cecilia seufzt auf.

Seit gestern drängt sich diese Stille in ihre Gemüter. Drückt auf ihre Schultern. Lastet schwer auf ihren Schultern.

Cecilias Brust hebt und senkt sich. Noch ist sie hier, noch ist ihre Anwesenheit präsent.

Ihr Herz schlägt gegen ihre Brust. Poch. Poch.

Sie nimmt es kaum war.

Erneut entfährt ihr ein Seufzer.

Alles wäre einfacher, wenn er sie so nehmen würde wie sie ist.

Wenn er ihre Denkweise akzeptieren würde. Ihr das Gefühl zurückgäbe, eins mit ihr zu sein.

Wenn er die Andeutungen, die sie mache, verstehen würde. Wenn er sie doch nur als ein Schrei nach Anerkennung wahrnehmen würde.

Alles wäre viel leichter, würde sie nicht immer das Gefühl haben, er würde weit über ihr stehen. Sie missverstehen.

 

Ein Glas füllt sich mit Wasser. Ein vereinzelter Tropfen verirrt sich an die Außenseite und gleitet hinab auf die hölzerne Tischplatte. Wie eine Träne versinkt er in dem weichen Untergrund. Aufgesaugt wie von eigner Haut, verschluckt ins Nichts, verschwunden in der Ewigkeit.

 

Verständnis.

Er arbeitet hart und viel. Immerfort kreisen seine Gedanken darum.

Er ist träge. Er hält sich die Pfeife an den Mund, die Glut des Streichholzes flammt auf.

Mit langsamen, gemächlichen Zügen nimmt er den Tabak in seine Lunge auf; feuert die Pfeife an, bis diese langsam vor sich hinglimmt.

Er sieht sie nicht. Nimmt sie nicht war in ihrer Anmut.

Er ist müde, doch kann er nicht schlafen. Er muss fort.

„Wir sehen uns dann …“ sagt er und geht ohne sie noch eines Blickes zu würdigen zur Tür hinaus.

 

Kleine weiße Perlen rinnen ihre Kehle hinab, sammeln sich in ihrem Magen und lösen sich langsam auf. Schluck für schluck leert sich das Glas voll Wasser.

Sie liegt auf dem Bett, schaut hinauf zur Decke.

Langsam legen sich ihre Lider, treffen auf ihre Wangen. Cecilia öffnet leicht den Mund und zieht scharf die Luft ein.

Die Zeit bleibt stehen, die Tropfen am Glas scheinen zu verharren, das Gras rührt sich nicht, die Fliege klebt an der Scheibe und rührt sich nicht mehr.

Dies ist das Ende, das Ende von allem, das Ende der Regenzeit. 

 

 

 

 

© Gina Armstark (24. juni 2013)


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oder Diebstahl wird strafrechtlich verfolgt und mit harten Konsequenzen geandet! 

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Mi

13

Feb

2013

Und der Geruch nach Puderzucker reicht nicht aus.

 

Man ist umgeben von Einsamkeit,

trägt sie als Mantel mit sich herum,

wie einen Schatten,

ein stiller Begleiter,

immer bei einem.

Man watet hindurch,

langsam, Schritt für Schritt,

da die Einsamkeit an den Füßen zerrt,

einen noch weiter hinab in die Dunkelheit zieht,

wie Zement, wie Treibsand.

Und man hofft auf das Licht,

zum Greifen nah.

Es strahlt einem entgegen,

lächelt, verzückt.

Die Hand ausgestreckt danach,

verzweifelt,

der letzte Strohhalm,

die einzige Rettung.

Und man hofft,

dass das Licht einen erkennt,

die Qual sieht,

die stummen Schreie hört.

Und man hofft,

sich fallen lassen zu können,

mit dem Bewusstsein

das Licht ist da,

egal was kommt,

und beschützt einen,

rettet einen...

Aus eigener Erkenntnis.

 

Doch das Licht zerbricht,

in Tausend Puderzuckerflocken.

 

 

 

 

 

 

© Jane - 13. Februar 2013

 


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Sa

29

Sep

2012

Zwei Brüder

 

Teil 1: Eden

 

Es war einmal ein König, der sein Reich mit Stolz, Vernunft und voller Güte regierte. Das Volk liebte ihn, selbst der kleinste Bauer lebte im Wohlstand. Der König ließ sich nicht lumpen, mit seinen Bürgern Feste zu feiern und so fanden oftmals im Hofe der Stadt prunkvolle Feiern statt und jeder hatte die Möglichkeit mit dem König persönlich zu sprechen. Als ihm seine Gemahlin einen Sohn gebar, war auch das Volk überglücklich und überhäufte das Königspaar mit Geschenken, Segen und wünschten ihm Anmut, Stärke und Schönheit. Er war wahrlich ein hübscher Junge mit blond gelocktem Haar und stahlblauen Augen, die jetzt schon seinen Ehrgeiz zum Ausdruck bringen konnten. Sie tauften ihn auf den Namen Mären und er war ihr ganzer Stolz.

Drei Jahre darauf gebar die Königin einen weiteren Sohn, der sich äußerlich völlig von Mären unterschied. Wyrden, wie der Königssohn fortan heißen sollte, schlug äußerlich mehr nach seinem Vater, schwarzes Haar und dunkle Augen, die fast in die Seele eines Menschen blicken konnte. Innerlich besaß er jedoch mehr seiner Mutter, er war gütig, hilfsbereit und jederzeit bereit, sich für andere aufzuopfern.

Mären dagegen sollte bald ein starker und selbstsicherer Mann werden, ein Führer, ein Herrscher. Doch bis dahin blieben noch Jahre und kam es, dass Mären sich überaus über die Geburt seines jüngeren Bruders freute. Täglich saß er neben seinem Bettchen, erzählte ihm Geschichten oder bewegte das Mobile, das über seinem Kissen schwebte. Er vergötterte den kleinen Jungen mit dem struppigen schwarzen Haar, wollte alle Zeit der Welt mit ihm verbringen, mit ihm Abenteuer erleben, gemeinsam lachen und Schelme mit den Bediensteten treiben. Als die Jahre so ins Land gingen, wurden seine Wünsche erfüllt und so tobten die beiden Jungen im Garten, spielten sie seien Piraten oder große Eroberer.

Wyrden fiel hin und schlug sich an einem spitzen Stein das Knie auf. Mären war sofort an seiner Seite um ihn zu trösten. So war es immer. Mären war immer für seinen kleinen Bruder da, unterstütze ihn und nahm sogar die Schuld auf sich, wenn Wyrden etwas ausgefressen hatte.

Als Mären älter wurde begann sein Vater ihm die verschiedenen Lehren eines Herrschers beizubringen. So lernte er lesen und schreiben, so wie reiten, fechten, Bogenschießen und nahm sogar an regierungswichtigen Sitzungen teil.

Wyrden war für die meisten Sachen zu jung und so saß er oft still da, las ein Buch, schrieb Gedichte oder verbrachte die Zeit einfach in sich gekehrt und dachte über alles aus der Welt nach. Oft verbrachte auch seine Mutter viel Zeit mit ihm, philosophierte über dies und jenes, trank mit ihm Tee oder führte mit ihm anregende Gespräche. Sie liebte Wyrden fast ein wenig mehr als Mären und schämte sich beinahe dafür. Wyrden verstand sie einfach mehr, mit ihm konnte sie reden, während Mären mehr der Typ war, der handelte. Es fehlte ihm Wyrdens Sensibilität und der Blick für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Er war ein Kämpfer, genau wie sein Vater, er war stark, mutig, ein Mann von Welt.

Wyrden dagegen war zart, gutmütig und gütig. Er würde zu einem weisen Mann heranwachsen, den man lieben und mit dem man sich verstehen würde.

 

Alsbald brach der Krieg aus und so ritt der König mit seinem Heer davon. Mären war nun der Mann im Haus und so brachte er Wyrden alles bei, was er bei seinem Vater gelernt hatte. Er zeigte ihm wie man zu Pferde ritt, den Bogen richtig spannte und verlor niemals die Geduld, auch wenn sich Wyrden oftmals ziemlich schusselig anstellte. Er ging mit ihm Jagen und zeigte ihm sogar, wie man einen Walzer tanzte, damit er auch einmal ein Mädchen zum Tanze vordern konnte.

Wyrden liebte diese Zeit, er sah zu seinem Bruder auf, bewunderte ihn. Nichts auf der Welt konnte im Moment schöner für ihn sein, als die Zeit mit seinem Bruder.

Nach zwei weiteren Jahren waren die beiden zu stattlichen Burschen herangewachsen. Der König kehrte wieder ein, doch das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Krank kam er zurück, vom Wahnsinn befallen, den der Krieg in ihm ausgelöst hatte.

Schon bald konnte er seinem Volk nicht mehr dienen, konnte sein Land nicht mehr regieren. Er wusste oftmals nicht mehr wer oder wo er war, sah überall in jeder Ecke Schatten lauern, brach schweißgebadet aus dem Schlaf auf und hoffte, die Schrecken würden bald verschwinden. Der Königin wurde das Herz schwer, eines Tages musste sie sogar im Bett bleiben, da sie einen Schwächeanfall erlitt. Sie trauerte um ihren Mann, der verloren schien, nicht tot, sein Geist jedoch auch nicht mehr lebendig. Auch das Volk war traurig, überall hörte man Wehklagen, die Straßen waren erfüllt von traurigen Gesängen, in der Kirche richtete man ihm einen Altar und betete, dass er wieder zu sich finden würde.

Als dies nicht geschah, stand fest, dass der König einen Nachfolger bräuchte und so fiel die Wahl natürlich auf seinen erstgeborenen. Mären.

 

Teil 2: Pandora

 

Es war noch früh am Morgen, die ersten Sonnestrahlen durchbrachen die Nacht und trieben sie fort. Nebelschwaden hingen über dem Land, der Morgentau tropfte von den Wiesen und Pflanzen herab.

Schon lange war Mären hellwach. Er konnte nicht schlafen, war zu unruhig zu aufgewühlt. Heute war sein großer Tag, doch lag auch Trauer auf seinem Gemüt. Heute würde er zum König gekrönt werden, doch dass er König werden würde, da sein Vater dem Wahnsinn verfallen war, trübte seine Stimmung. Er starrte hinaus in die Welt, fühlte sich bereit für die Aufgabe, die ihm zuteil und wollte diese so gut lösen, wie er nur konnte. Lange stand er am Fenster, starrte hinaus und grübelte. Bis Wyrden hereinkam und ihm den Wink gab, sich bereit zu machen. Er legte Mären eine Hand auf die Schulter um ihm Trost zu spenden, so wie Mären es damals bei ihm immer tat. Die Brüder hatten eine so enge Bindung, dass sie sich ohne Worte verstanden, dieselben Gedanken hatten und alle ihre Geheimnisse teilten. So brauchten sie nicht miteinander zu sprechen um zu wissen, was der andere fühlte. Beide trauerten, doch freuten sie sich auch gemeinsam für Mären.

Wyrden war unheimlich stolz auf seinen großen Bruder und so stieg seine Bewunderung zu ihm noch mehr. Er sah zu ihm auf, das hatte er immer getan und er war felsenfest davon überzeugt, dass Mären ebenso ein guter Herrscher sein würde, wie es ihr Vater gewesen war.

 

Nachdem Mären König wurde, schickte es sich an, dass er bald eine Königin an seiner Seite haben sollte. Und so sollte es sein. Mären hatte die schönste, klügste und liebevollste Prinzessin ergattert, die je ein Volk zu Gesicht bekam. Und so kam es, dass sie Hochzeit feierten und sie in seine Ländereinen einzog. Auch dafür bewunderte Wyrden ihn, er neidete nicht. Mären hatte eine stattliche Königin, so wie es sich für einen stattlichen König gehörte.

Die Eltern von Mären und Wyrden zogen in ein kleines Schlösschen nicht weit entfernt, damit sie das junge Glück des jungen Paares nicht störten. 

Auch Wyrden verließ schon bald die heimatlichen Gefilde und zog auf ein Landgut, wo er als Graf herrschte. Wo er auch hinging war er beliebt, das Volk liebte ihn, wie es damals auch seinen Vater liebte. Gerne verbrachten die Menschen die Zeit, unterhielten sich oder feierten mit ihm. Nur in der Liebe hatte Wyrden bisher kein Glück und so kam es, dass Mären ihn immer damit aufzog und meinte, er würde wohl nie eine Frau finden. Manchmal lachte er sogar herzhaft über seinen eigenen Schelm.

Doch Wyrden war zufrieden, er lebte nicht allzu prunkvoll, mochte es bescheiden und hatte auch nur das Nötigste an Einrichtung obwohl er doch sehr wohlhabend war. Lieber gab er das Geld seinem Volk, kümmerte sich darum, dass es genug zu essen hatte und half mit, die medizinischen Unterkünfte zu verbessern.

Eines Tages erhielt er die Nachricht, dass das Volk in Märens Reich Hunger leiden müsse. Der Wohlstand sei vorüber, ein dunkler grauer Schleier zog sich über das Land und ritzte den Bewohnern tiefe Falten und Furchen in die Gesichter. Sie arbeiteten hart um genug Essen aufbringen zu können, damit die Kinder nicht verendeten, zahlten hohe Steuern und versuchten sich irgendwie so über Wasser zu halten.

Bald darauf stattete Mären ihm einen Besuch ab. Auch er sah müde aus, tiefe Falten hatten sich bereits unter seine Augen gegraben, seine Haut wirkte wie Pergament und sein Gesicht war aschfahl.

Er ließ sich jedoch nichts anmerken, redete mit Wyrden wie in alten Zeiten und neckte ihn auch wieder wegen der fehlenden Ehefrau. Seine Maid hatte soeben das dritte Kind geboren und so war es längst auch für Wyrden zeit, endlich Vater zu werden. Wyrden jedoch winkte ab, meinte, dass es vielleicht gar nicht seine Bestimmung sei und das Kinder vielleicht gar nichts für ihn wären.

Mären lachte nur, wurde jedoch ganz schnell sehr ernst. Er hatte einen Grund, warum er Wyrden aufsuchte. Er brauchte Geld, viel Geld. Seine Schatzkammern waren leer, nur noch Staub sammelte sich darin an und Spinnen flochten ihre Netze.

Wyrden zögerte nicht und öffnete bereitwillig seine Kammern für ihn und so zog Mären wieder von dannen, mit den Taschen voll Gold und brachte den Reichtum zurück in sein Land.

Märens Mutter sandte ihm bald Nachricht, er solle sich um seinen Vater kümmern, ihn beherbergen, da sie am Ende sei. Ihr Leid und das Schicksal ihres Mannes machten sie krank und gebrechlich. Der Schmerz war zu groß als das er jemals wieder heilen könnte.

So zog der alte König wieder bei Mären ein und verbrachte fortan seine Tage damit, im Garten zu spazieren und wild vor sich hinzusäuseln. Eines Abends kam es dazu, dass die Familie zu Tische war. Der König blickte starr auf seinen Teller, der Sabber rann ihm vom Kinn herab, den  Blick glasig und leer. Ein Diener kam an den Tisch um Wein nachzuschenken, was den König völlig unerwartet traf. Voller  Panik schrak er hoch, stieß dabei eine Kerze um und verbrannte Märens jüngsten Sohn am Arm. Dieser schrie auf und brach vor Schmerz in Tränen aus.

Der alte Mann wimmerte mit, so wusste er doch nicht einmal mehr, was um ihn herum geschah. Mären jedoch sah rot, packte den Greis am Arm und zerrte ihn hinaus auf den Hof. Er solle verschwinden und sich niemals wieder sehen lassen. „Hinaus du Narr!“, schrie er den Mann an, der auf Knien an seinem Bein hing und um Vergebung bettelte. Doch Mären zeigte keine Gnade und schickte seinen Vater fort.

Dieser irrte verwirrt durch den Wald, zog sich die Kleider fest an seinen Körper, denn der Winter war bereits eingetroffen, unbarmherzig und hart.

Seine traurigen Rufe um Vergebung und sein Wimmern hallten von den Bäumen wider, der Wald sang sein Wehklagen im Chor.

 

Teil 3: Atropos

 

Mären saß müde auf seinem Thron, das Kinn fast auf seiner Brust gebettet, einen Weinkelch in der Hand, als ein junger Mann zu ihm trat um schlechte Kunde auszurufen. Man habe seinen Vater gefunden, schlafend gelehnt an einem Baum, das Gesicht von Tränen verzerrt. Er war erfroren, so waren seine Kleider zu dünn, sein Gemüt zu alt und der Winter zu kalt.

Wutentbrannt schleuderte er den Kelch an eine der Säulen, die den hohen Raum stützten, Wein spritzte überall die Wände voll, perlte von den Säulen und rann auf den kalten Boden herab, wie das warme Blut, das durch seine Adern floss.

Er fühlte weder Schmerz, noch Reue. Wut. Er war nur unglaublich wütend auf den dusseligen Tattergreis, der es wagte sein Elend noch zu verschlimmern. Denn wieder war es soweit, dass die Schatzkammern sich leerten und das Volk hungern musste.

Auch Wyrden erfuhr die Trauernachricht und reiste so schnell wie möglich an, um an der Bestattung teil zu nehmen und seiner Familie bei zu stehen.

Das Gesicht der Witwe war verschleiert. Schwach hielt sie sich auf den Beinen. Märens Gemahlin musste sie stützen, damit sie nicht in den Schnee fiel. Sie machte Mären keinen Vorwurf, doch lag der Hauch ihres brechenden Herzens in der Luft, die Anklagenden Stimmen riefen seinen Namen und streuten ihn in die Welt hinaus.

 

In einer ruhigen Minute nahm Mären seinen Bruder zur Seite und bat ihn noch einmal um eine kleine Gabe aus seiner Schatzkammer. Wyrden, gütig wie er war, sagte nicht nein und gab ihm auch diesmal einen Anteil seines Reichtums, der täglich mehr zu werden schien.

Die Jahre gingen ins Land, doch Märens Reich schien sich niemals wieder erholen zu wollen. Der Tod des Königs erschütterte das Land noch immer, die Menschen waren unglücklich und voller Trauer. Der graue Schleier wollte nicht fort ziehen, die Pest brach über das Reich herein und raffte viele dahin. So auch Märens Kinder und dessen Frau.

In tiefster Bestürzung ertrank er seinen Kummer in Wein und übersah, wie sein Volk sich täglich quälte. Wyrden reiste an um ihn zu stützen, doch er lehnte seine Hilfe ab. „Hinaus du nichtsnutziger Trottel!“, schrie er ihn an. „Nichts hast du je für mich getan, niemals hast du dich einen Dreck darum geschert, was aus mir wird oder wie es mir erging.“

Gekränkt und bestürzt ritt Wyrden zurück nach Hause, und ließ es sich nicht nehmen, seiner Mutter einen Besuch abzustatten. Sie war blass wie immer seit dem Tage, als ihr Mann wahnsinnig vom Krieg zurückkam. Und ihre Miene wurde gequält, als Wyrden ihr von Märens Verhalten berichtete. „Sorge dich nicht mein Sohn“, sprach sie, „schon bald wird er darüber hinwegkommen. Sei nicht böse mit ihm, er habe jene verloren, die ihm am Wichtigsten erschienen. Du darfst dich jetzt nicht von ihm abwenden, er braucht dich mehr denn je.“

Wyrden nickte bekräftigt und ritt zurück in seine Gemächer. Er schrieb Mären liebevolle Zeilen, erzählte von ihrer Jugend und wie sehr er ihn schon immer bewunderte. Er schrieb ihm aufheiternde Briefe, voller Liebe und Zuneigung, um Märens Gemüt endlich wieder aufzuhellen. Doch die Antwort blieb aus.

Boten berichteten ihm, dass Mären noch lebte und das allein schien ihn schon zu beruhigen.

 

Eines Tages erfasste Wyrden die Schwindsucht, konnte sich fast nicht mehr auf den Beinen halten und wand sich unter krampfhaften Hustenanfällen. Er wurde so schwach, dass er nicht anders konnte, als das Bett zu hüten und an die Decke zu starren.

„Bruder, …“, nuschelte er im Fieber vor sich hin. „Ich könnte morgen sterben und du würdest es nicht wissen.“

Drei Tage darauf raffte es ihn dahin und die Schmerzensschreie der Bewohner drangen bis zum Schloss seiner Mutter, die in Tränen zusammenbrach. Ihr Aufschrei schien die Erde zu erschüttern, ein Gewitter zog auf, der schlimmste Sturm seit Jahren zog sich über das Land. Sie weinte, bis sie keine Tränen mehr hatte, bis sie völlig ausgetrocknet schien. Sie sah zum Himmel hinauf als wolle sie Gott anklagen, warum er ihr ihren liebsten Sohn nahm, das einzig schöne im Leben, das ihr noch blieb. Sie ertrug diesen Verlust nicht und so schlug ihr Herz ganz langsam. Poch. Poch. Poch. Noch ein Klang, der mit dem Donnerschlag verhallte. Poch. Und dann brach sie zusammen.

Sie starb, starb an gebrochenem Herzen, starb an ihrem Kummer, starb in ihrer Trauer.

 

Ein Bote stürmte zu Mären in den Saal, völlig durchnässt vom Regen, erschöpft von dem Sturm, zitternd vor Kälte und brachte ihm die düsteren Nachrichten. Mären sank auf die Knie. Auf einmal schien sein Blick völlig klar, sein Geist war wach, sein Herz war offen.

„Was habe ich getan?“, fragte er, seine Stimme nicht mehr als ein Flüstern. Schuldgefühle überkamen ihn. Er dachte an seinen Vater, wie er ihn fortschickte, wie er ihn in den Tod trieb, nur weil er ihm nicht vergeben konnte. Er tötete seinen Vater, einen armen alten Greis, der nicht einmal mehr wusste, wer er war. Was hatte er getan?

Reue breitete sich in ihm aus. Gott bestrafte ihn als er ihm sein Weib und seine Kinder stahl. Seine Unbarmherzigkeit wurde ihm bewusst.

In einem Jahr hatte er alles verloren, was ihm wirklich wichtig war. Verstoßen hatte er die, die ihn liebten, getötet hatte er die, die für ihn da waren.

Undankbarkeit fraß ihn auf, Schuld stach ihm wie ein Messer ins Herz. „Was habe ich getan?“, fragte er noch einmal und ertrug den Gedanken nicht länger, all die Menschen zutiefst verletzt zu haben, die an ihn glaubten, die zu ihm aufsahen, die ihn liebten.

Er ertrug den Gedanken nicht, selbstsüchtig und egoistisch gewesen zu sein, ertrug den Gedanken nicht, nur an sich gedacht zu haben und sich einen Dreck um die anderen geschert zu haben.

Sein Blick war klar, sein Geist war wach und er konnte nicht eine Minute länger mit diesen Sünden leben, die er begangen hatte.

Er sah durch das Fenster gen Himmel hinaus und flehte Gott um Vergebung an, zog seinen Dolch aus dem Schaft, erhob ihn hoch über seinen Kopf, sodass die Silhouette einen Kontrast zu dem grauen und dunklen Himmel zeigte.

Mit einem kräftigen Stoß, rammte er sich den Dolch ins Herz. Die Luft blieb ihm weg, als sein Körper den Schmerz wahrnahm, seine Hand zitterte, als das Blut über seine Finger floss und er es nicht mehr aufhalten konnte. Seine Diener eilten ihm zu Hilfe, doch als sie bei ihm ankamen brach er schon auf dem kalten Marmor zusammen, blickte durch das Fenster in den Himmel und flehte noch einmal ganz still um Vergebung.

 

 

 

 

© Gina Armstark (28. bis 29. september  2012)


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So

09

Sep

2012

Das Ende des Tages

 

Die Sonne geht unter, noch benetzen die letzen Sonnenstrahlen den Asphalt. Ein zarter, goldener Schimmer liegt auf dem Kopfsteinpflaster der alten Stadt, Regentropfen perlen sich auf den großen, feuchten Steinen ab. Es beginnt ganz langsam erst wieder zu regnen. Tropfen für Tropfen wäscht das Wasser die Sonnenstrahlen hinweg und machten Platz für die Dunkelheit.

Ich starre in den Himmel, den Kopf auf das harte Pflaster gebettet, die Arme von mir gestreckt. Ich atme schwach, mein Leib blutet wie einst der Leib Christie. Ich blicke der Sonne nach, die nun langsam hinter den Häusern im Abgrund verschwindet und lebe wohl zu mir sagt. Lebe wohl. Welch sarkastischer Gedanke.

Meine Lider flackern, Blut rinnt an meinem Kinn hinab, schmecke es an den Lippen, in meiner Mundhöhle.

Ich blinzle, doch erkenne ich nichts. Die Nacht breitet sich wie ein Schleier über die Stadt, verschluckt das goldene Pflaster und lässt es in einem tristen und leblosen Grau zurück.

Ein Schmerz durchzuckt meine Brust, lähmt meine Gedanken.

Der Regen benetzt mein Gesicht, ergießt sich auf meiner Haut und spült das dickflüssige, schwarzrote Gut von meinem Körper, wäscht es von den Pflastersteinen und lässt es im Gully versinken.

Mein Herz schlägt flach in meiner Brust, die Augen verdrehen sich, verschwimmen mir den Blick, nehmen mir die Sicht.

Langsam wende ich den Kopf und erhasche einen dunklen Schatten, der nun neben mir verweilt. Mein Peiniger, mein Mörder wartet geduldig. Wartet, bis mein letzter Atemzug die Luft vibrieren lässt, bis mein letzter Herzschlag durch die Gassen hallt.

Mit der unermüdlichen Geduld eines Jägers steht er da und lauscht; lauscht dem Regen, dem Untergang. Übermächtig, unnatürlich und überirdisch schön Blickt er auf mich herab, voller Sehnsucht auf das, was noch folgen möge.

 

Ich sterbe. Langsam. Qualvoll. Und nichts auf dieser grausamen und verbitterten Welt kann dies noch ändern, die Zeit zurück drehen. Ich sterbe. Allein, doch neben mir eine Bestie, die das Sonnenlicht fürchten sollte und doch noch die letzten Strahlen genießen konnte.

Ich sterbe, schließe die Augen nun für immer und erwache erneut, sehe die Welt nun klarer, höre die Welt atmen und spüre den Erdboden vibrieren.

Langsam stehe ich auf, richte meine Kleidung und schaue mich um. Mein Mörder lächelt mich an, winkt mir ihm zu folgen; und so stürmen wir gemeinsam in die Tiefe der Dunkelheit, denn wir sind die Kinder der Nacht.

 

 

 


 

© Gina Armstark (9. september  2012)


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So

24

Jun

2012

Nostalgie

Wo ist die Zeit geblieben?

Wie unbeschwert wir waren, als wir noch Kinder waren.

Als wir unsere Augen öffneten und die farbenprächtige Welt sahen, die uns nun so grau und trist erscheint.

Wo ist sie hin, die Zeit als wir noch gemeinsam lachen konnten, Cola tranken und durch die Küche rülpsten?

Wie weit entfernt erscheint die Zeit, als wir spazieren gingen und uns Märchenschlösser bauten, Lieder sangen und Spaß hatten.

Wie lange ist es her, als unsere einzigen Sorgen daraus bestanden, was wir heute spielen wollten, wo wir diesmal unsere Kreativität ausleben würden?

Wie einfach war die Welt, als wir noch Kinder waren, als wir Nachmittags nach unseren Hausaufgaben Serien ansahen, als wir Blumen und Grashalme pflückten, um in einem alten Topf Hexengebräue zu kochen, als wir auf den Schaukeln saßen und lachten.

Wie farbig war die Welt, als wir auf den Kirschbäumen saßen und Kirschen aßen.

 

Heute öffnen wir die Augen und sehen eine neue Welt.

Wir sehen nicht mehr die Farbenpracht der Natur, sondern das Grau und Schwarz der untergegangenen Sonne.

Wir sehen den Mond nicht mehr lachen, spüren nicht mehr die Wärme der Sonne und verfallen dem Sumpf der Trauer.

Heute schwelgen wir in Nostalgie, denken an die schöne Zeit zurück, denn das ist alles was wir gemeinsam haben.

Wir verfallen in tiefer Demut, ersticken im schrillen Unmut und zerstören uns in der schwarzen Depression des Nichts.

 

Wir öffnen die Augen und sehen nichts.

Wir öffnen den Mund und sagen nichts.

Wir tasten uns an und doch spüren wir nichts

Wir haben unsere Ohren doch hören wir nichts.

Wir atmen die Luft, die nicht existiert;

Wir schweigen in Erinnerungen der alten Zeit. 

 

 

 

© Gina Armstark (24. juni  2012)


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So

06

Mai

2012

Wenn der Frühling zu Winter wird

Die ersten Sonnenstrahlen stahlen sich durch die milchige Fensterfront des Lofts, blendeten sein Gesicht. Murrend hielt er die Hand vor die Augen, tastete nach den zerwühlten Lacken hinter sich. Sie waren noch warm an der Stelle wo sie gelegen hatte. Noch hing ihr Duft in der Luft. Er rollte sich auf den Rücken und atmete ihn tief ein, nahm ihn mit jeder Pore seines Körpers auf. Er schloss die Augen und dachte daran, wie weich ihr Haar sich in seiner Hand anfühlte, dachte an ihr Lachen, das den Raum mit Musik füllte.

„Warte noch ein Weilchen.“, sagte sie.

„Josephine, oh geliebte Josephine, lass mich dir sagen, dass ich dich lie…“

„Schschsch.“, hauchte sie. „Zerstöre nicht das was wir haben, durch drei Worte, die du später einmal bereuen könntest.“

„Aber Josephine, …“

Sie legte den Zeigefinger auf seine Lippen um ihn zum Schweigen zu bringen. „Wir haben unendlich viel Zeit. Gedulde dich Liebster, denn noch ist sie nicht reif, noch müssen wir uns nicht binden, noch sind wir frei wie die Vögel, die gen Süden ziehen.

So schwieg er. Ließ sie gehen, jedes Mal. Doch tief in seinem Inneren wollte er ihr sagen, wie sehr er sie liebte und brauchte.

„Warte noch …“

„Noch ist sie nicht reif, die Zeit.“

„Noch müssen wir keinem Rechenschaft schulden, keinen an uns Binden.“

„Wir sind jung, das Leben hat uns noch so viel zu bieten.“

 

Und er wartete.

Er sah aus dem Fenster und beobachtete das Treiben auf der Straße. Wer mögen sie alle sein, diese Menschen, die da wandeln auf Erden. Sie ließen sich treiben, vom Frühlingswind, vom Sturm der Blätter? Warteten auch sie auf etwas? Oder waren sie zufrieden mit ihrem Leben? Ließen sie sich fort treiben oder blieben sie stets stehen? Was bot ihnen ihr Leben?

Was bot ihm seines?

Rosa Blüten schmückten das Pflaster, wurden vom Wind emporgehoben und er wünschte sie würden fort tragen, sein Leid und seine Verzweiflung.

Er wartete. Wartete Jahr um Jahr. „Oh Josephine!“

 

 

Schon lange lag er wach im Bett. Der Himmel draußen war trist und kühl. Die Luft war trocken, Schnee lag in der Luft. Kleine kristallene Sterne schmückten die Fenster und lachten zu ihm hinein. Er wendete sich ihnen zu und flüsterte ihren Namen: „Josephine …“

In der Post war ein Brief gewesen. Ein Brief, geschmückt mit Liebe, mit dem Duft ihrer Haut, ihres Haares und förmlich schmeckte er ihre Lippen auf den seinen, als er ihre Zeilen las.

„Komm zu mir mein Liebster, ich bin bereit für die Liebe, bereit für das Leben.“

Doch waren es nur die Worte die er zu lesen erhoffte, denn der Brief stammte von ihrer Schwester.

Sofort packte er seine Sachen zusammen, eilte hinaus zu Tür um sie zu sehen, sie, seine Josephine.

 

Da lag sie, auf dem kalten Podest.

Ihre Haut so blass, so weiß wie Schnee, ihr Haar so schwarz wie Ebenholz und ihre Lippen so rot wie das Blut, das durch ihre Adern floss. 1

Dort lag sie schlafend, schön und kalt. Der Schnee legte sich zu ihr, bettete seine Flocken auf ihrem Gesicht, wo die eisigen Sterne ihre Haut benetzten.

Er fiel auf die Knie, seine Lippen zitterten, stotterten ihren Namen. „Josephine, …“

Dort lag sie, die Lippen zu einem letzten Lächeln verformt, die Augen geschlossen, das Haar auf dem Kissen ausgebreitet. Dort lag sie, seine Josephine. Schön, blass, kalt.

Zu lange hatte er gewartet. Zu lange hatte er seine Gefühle für sich behalten. Zu lange hatte er geschwiegen.

„Josephine, geliebte Josephine, …“

Sein schluchzen verhallte in der Ferne, die feuchten Tränen wurden zu Eis auf seinen Wangen. Behutsam nahm er ihr Gesicht in seine Hände, küsste ihre Stirn und schmiegte seine Wange an die ihre.

Er legte sich zu ihr und hielt sie im Arm als wolle er sie wärmen, ihr seine Wärme schenken, wie er ihr einst seine Liebe schenken wollte.

Sein Herz schlug im Rhythmus des herab fallenden Schnees und schon bald, als die Wolken ihren zarten Flaum für sich behielten, so schlug auch sein Herz ein letztes Mal, erfror und brach in tausend kleine Stücke.

 

 

 

 

© Gina Armstark (6. mai  2012)

1Included Lines written by the Brothers Grimm

In loving Memory to Josey (+ 12. August 2011)


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oder Diebstahl wird strafrechtlich verfolgt und mit harten Konsequenzen geandet! 


 

 

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Fr

30

Mär

2012

Für immer wir

Die Ehe festigt den Bund der Liebe
zweier Menschen,
die ihr Glück gefunden haben.
Zwei Menschen werden zu einem,
verbünden sich für das Leben,
halten zueinander,
helfen einander
und vertrauen einander.
Sie haben sich gefunden
bei Kälte,bei Nacht
und ließen zusammen die Sonne aufgehen,
den Frühling kommen.

Ich habe dich gefunden,
wir gehören nun einander,
wir lieben einander.
Denn ewig wirst du mein,
ich werde dein
und ewig werden wir „uns“ sein,
bis dass der Tod uns scheidet.

 

 

 

© Gina Armstark (28. märz  2012)

Dieser Text ist Copyright geschützt. Jeglicher Missbrauch
oder Diebstahl wird strafrechtlich verfolgt und mit harten Konsequenzen geandet! 

 

 

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So

04

Mär

2012

Melancholia

Title: All rights on Zentropa Company 

 

 

Scherben schweben in der Luft, kleine Partikel durchstäuben den Raum, fallen zu Boden und bleiben reglos dort liegen. Ein Tropfen, von dunklem Rot formt sich, bahnt sich seinen Weg zur Spitze, zum Rand der Scherbe. Tropft. Tropft hinab auf die Erde, zerläuft im Holz, wird aufgesaugt. Blut. Rot färben sich die Scherben, getränkt in der Farbe des schlagenden Lebens.

Das Auge. Geschlossen. Feucht. Stille.

Ein Schluchzen ist zu hören. Tränen kriechen die Wangen wieder hinauf, bahnen sich ihren Weg zurück ins Lid, ins Auge, verschlossen wieder hinter der bunten Farbenpracht des Auges. Die Zeit steht still. Tränen sind vertrocknet, doch nichts ist endlos.

Vergänglich ist das Leben, das Sein. Tränen kehren wieder, Trauer verebbt niemals.

Ein Sandkorn fällt tonlos auf die Erde. Scherben zerbersten. Tränen rieseln herab, verschwinden in der Unendlichkeit. Kein Laut ist zu hören, die Welt schweigt still, die Zeit steht. Dunkelheit umgibt uns.

 

Deine Stimme durchbricht die drückende Stille. Ein Laut. Ein Rufen.

Dein Gesicht erhellt das Dunkel, doch niemals wieder wird man deinem Wege folgen können. Schattengestalt, die du auf Erden wandelst, eine Erinnerung mehr nicht. Hören. Lauschen. Sehen. Ich sehe nicht dein Gesicht, sehe nicht deine Gestalt. Der Horizont erhellt sich nicht, die Stille währt noch immer an.

Wo bist du? Ich sehe dich und doch ist mein Blick verschleiert. Zeig mir dein Gesicht, vergaß ich fast deine Züge. Nebel. Erinnerung.

Angst sitzt fest. Angst es möge bald ein Unglück kommen. Ein Unglück, welch nicht abzuwehren gilt.

Trauer umhüllt mich wie einen Schleier. Zum Ausdruck möchte ich mich bringen, doch weis ich nicht wofür. Warum leide ich? Warum weine ich? Ich weis es nicht.

Ich möchte erhört werden und doch weis ich nicht zu sprechen.

Was soll ich sagen? Was will ich offenbaren?

Ich weis nicht, warum ich so traurig bin.

Melancholie erstickt mich, würgt mich. Nimmt mir die Luft zum Atmen, das Leben.

Kälte lässt die Scherben gefrieren. Kleine Risse bahnen ihren Weg über die Oberfläche. Staub. Silbern, glitzernd weiß. Staub.

Ein Windhauch trägt ihn fort. Majestätisch schwebt er über das Land.

Dort wandert er, der Wind trägt ihn fort, hinfort in eine andere Welt, in ein anderes Land. Fort ist der Wind, fort ist die Melancholie, entschwebt gen Horizont und nahm mit auf den Weg, das gebrochene Herz.

 

 

 


 

© Gina Armstark (04. märz  2012 - 0:07)

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oder Diebstahl wird strafrechtlich verfolgt und mit harten Konsequenzen geandet! 


 

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Di

08

Nov

2011

Blutmond

Müde sitzt er da und starrt aus dem Fenster.

Steif sind seine Glieder, verschlossen ist sein Gemüt.

Seine Lieder flackern.

Der Mond geht auf, verdrängt die Sonne, strahlend hell.

Dunkelheit kehrt ein.

Ein roter Schleier umfließt die große, runde Scheibe am Himmel.

 

Er strafft leicht seine Schultern, sie schmerzen vor Kälte.

Sein Atem zieht kleine, zarte Rauchschwaden.

Die Erschöpfung sitzt tief, zu viel hat er erlebt.

Stumpf ist sein Geist, Gleichgültigkeit beherrscht ihn.

Zu viel hat er durch gemacht, zu viel hat er gesehen.

 

Der Mond starrt ihn an, tadelt!

 

Er seufzt auf, hat Kummer.

Noch immer brennt der Mond, er glüht.

Blut klebt an seinen Händen, machtlos, willenlos.

Er hat genug getan, hat Opfer gebracht sein halbes Leben lang.

Frisch ist noch das Blut und doch ist es längst vertrocknet.

Der Mond scheint hell, lacht ihn aus, verurteilt ihn.

 

„Sieh dich an!

Sie an, was aus dir geworden ist!

Du empfindest nichts mehr für andere!

Du verstehst nicht mehr ihren Schmerz!

Jahrelang hast du dich allen hingegeben und nun.

Nun ist dir alles gleichgültig.

Du hast es nun vergeigt mit deiner Ignoranz.

Vergeigt hast du es, durch deine Gleichgültigkeit.

Nie mehr wieder, wird Liebe in deinen Geist kehren!

Nie mehr wieder, wird jemand so für dich empfinden!

Du hast es vergeigt, du Narr, du Taugenichts!“

 

Doch der Mond wusste nicht, wie sehr er litt,

wie er all die Jahre versuchte, sein eigen Bild zu wahren,

das Blutvergießen zu beenden.

Die Schmerzen zu lindern;

die Wunden zu heilen.

Und nun ist das Maß voll.

Er empfindet nichts mehr,

er lebt nicht mehr.

Still sitzt er da und betrachtet den Mond.

Der Mond, der ihn auslacht und tropft und glüht.

Die rote Flüssigkeit umfließt ihn, ertränkt ihn.

Stumm sieht er den purpurnen, schwarzen Flüssen zu.

Die Flüsse seines eigenen Blutes.

Nun sieh her Mond, denn bald bist auch du gestorben.

 

 

 

 

 

© Gina Armstark (08. november 2011 - 0:51)

gewidmet: Hase, T.J., und J. L.

 

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So

04

Sep

2011

Schlussstrich



Das war der Schlussstrich,

das Ende, das Aus.

Kein zurück mehr.

Das konnte man nicht mehr rückgängig machen,

vergeben und vergessen,

weiter machen als wäre nichts gewesen

und so tun als wäre es nie geschehen.

Unmöglich.

Denn es drängt sich immer wieder an die Oberfläche

kratzt und nagt an dir,

lässt dich nicht mehr los.

Holt dich ein, versetzt dich zurück.

Und auch wenn man erst dachte:

Maybe our relationship isn't as crazy as it seems....

Verdrängen bringt nichts,

es ist immer da und macht dir bewusst,

dass in jenem Moment alles zerbrach.

Der letzte Funke zertreten,

die letzte Hoffnung ausgemerzt wurde.

Es ist gestorben in jenem Moment.

Und alles andere ist zwecklos,

verschwendete Zeit.

Denn es wird nicht mehr das Gleiche sein.

 

Und immer wieder kreist dieses Lied in meinem Kopf.

Die Strophen, brennen sich ein...

 

Wir erzählen uns jeden Tag
Wie sehr wir uns lieben
Wir verschweigen uns jeden Tag
Dass wir uns belügen

Doch du hältst dich an mir fest
Du lässt mich nicht mehr los
Denn so sind wir es ja gewohnt

Wir verlieren uns mehr und mehr und mehr
Wir verlieren uns immer mehr
Das zu sagen fällt uns schwer
Wir verlieren uns mehr und mehr und mehr
Wir verlieren uns immer mehr
Immer mehr fühlen wir uns leer

 

 

© Jane - 12. April 2011 (Erleuchtung)

- 16. Juni 2011 (das endgültige Ende)

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Mo

11

Apr

2011

Mr. Nobody

Bernie Lengström stand morgens vor dem Spiegel. Er zupfte seinen Pullunder zurecht, straffte den Hemdkragen und setzte sich seine Brille auf, die mit dem schwarzen Gestell.

„Heute wird ein guter Tag.“, sagte er zu sich selbst. „Ein guter Tag.“

Er hatte die ganze Nacht an dem Projekt gesessen, es bis zur Vollendung perfektioniert. Ja der Chef würde Augen machen!

Bernie arbeitete bereits 40 Jahre in der Firma, er war praktisch Mitglied des eingeschweißten Teams und wartete schon auf eine Beförderung.

Diesmal würde er sie kriegen und dann würde sich alles ändern. Vielleicht fand er dann endlich auch eine Frau, die ihn liebte.

Schon in Kindertagen war Bernie ein Niemand. Keiner wollte mit ihm spielen, er wurde geschupst aber meistens nicht einmal beachtet. Heulend kam er von der Schule und wollte sich in die Arme von Muttern stürzen, Trost finden, sein kleines gebrochenes Herz heilen. Doch Mutter war beschäftigt. „Jetzt nicht Bernhard.“, sagte sie immer zu oder „Siehst du denn nicht, dass ich beschäftigt bin, Bernhard?“

Auch bei Vater war kein Trost zu holen, so war der bei der Arbeit oder las die Tageszeitung. Trotz allem blieben Bernies Versuche nicht selten, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Wenn er etwas Spannendes zu erzählen hatte, sollte er während des kleinen Waldspazierganges eine Entdeckung gemacht haben, so ließ er seine Eltern daran Teil haben. Er erzählte und schwärmte, riss die Augen auf vor Begeisterung, Gestikulierte und war recht im Redefluss. Doch nichts geschah, Papa las Zeitung, Mutter strickte, aß oder war in sich gekehrt.

Manchmal legte Vater die Zeitung beiseite, überlegte als wolle er meinen: „Habe da jemand gesprochen?“

So waren Bernies trostlose Kindertage und auch im erwachsenen Alter sollte es ihm nicht anders ergehen. Bernie wurde geschubst, angerempelt, zur Seite geschoben wo immer es sich eine Gelegenheit bot.

Wenn er sprach, wurde er nicht beachtet, ja oft sogar wurde er nicht einmal gesehen. Erst kürzlich überquerte er die Straße, so kam es, dass sich ein Auto näherte und der Fahrer nicht mal daran dachte zu bremsen. Schnell hüpfte Bernie auf die Seite, direkt in eine Pfütze.

Von oben bis unten durchnässt ging er seines Weges, grüßte seine Nachbarn, die niemals zurückgrüßten, schaute in den Briefkasten, der außer Rechnungen niemals Post für ihn hatte und so lebte Bernie vor sich hin.

Aber heute, heute wird alles anders.

Er betrat die Firma, nickte der Empfangsdame freundlich zu, die ihn ignorierte. „Das macht gar nichts.“, dachte er. Sie konnte ihm nicht die gute Laune nehmen.

Bernie eilte zum Aufzug, dessen Türen sich schon schlossen. „Bitte warten sie!“, rief er, doch niemand hielt die Türen auf.

„Dann nehme ich eben die Treppe.“, meinte er und machte sich an den Aufstieg.

Oben auf dem Gang, traf er seinen Chef, der mit einem dampfenden Kaffee an ihm vorbeieilte.

„Chef ich hab die …. „

Der Chef ging einfach weiter, ohne Bernie zu beachten.

Und so blieb es, für den Rest des Tages.

Das war es also, sein Privileg. Das Privileg, ein Niemand zu sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (08. april 2011

 


 

 

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Di

08

Feb

2011

Das Tal der untergehenden Sonne

 

 

 

Betrübt sah er auf den güldnen Weg vor seinen Augen. Die Sonnenstrahlen spiegelten sich in dem harten Kopfsteinpflaster und es ward ihm, als würde er den Weg nach Eldorado, in das Reich der Mayas schreiten. Die Sonne, so groß und schön, wie er sie kannte. Majestätisch prangt sie dort am westlichen Himmel und stellt sich dar in voller Blüte.

„Das ist der letzte Blick“, dachte er und verkrampfte seine Finger um seine Hutkrempe, bis die Knöchel weiß hervorstachen. „Der letzte Anblick, vollen Übergusses, reinen Ergötzens, an der Sonne, die so strahlend schön, so hell und warm.

„Ist es der richtige Weg?“, fragte er sich. „Kann ich mich nicht umentscheiden?“

Zu spät, bald geht sie unter, die Pracht, der Prachten. Der Himmel färbte sich rot, blutend vor ihm, das Kopfsteinpflaster. Einst das Leben, so golden und reich und nun, blutleer, durstig, düster. Er seufzte und setzte sich den Hut auf den Kopf. Ein letzter Blick zurück und dann tauchte er ein in das Tal der untergehenden Sonne. Das Blut schloss ihn vollends ein und ließ ihn niemals wieder fort.

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (08. februar 2011)

Hommage an Anne Rices "Interview with the Vampire - The Vampire Chronicles 

 


 

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Di

28

Dez

2010

Fick dich!

Ich weis nicht, was du von mir willst?

Du willst nicht mit mir befreundet sein,

Du willst nicht mit mir zusammen sein.

Du redest nicht mit mir,

Du schreibst mir nicht,

Also sage mir, was soll ich bei dir?

Was willst du?

 

Ich habe genug von deinen Spielchen,

Du machst mich ganz krank mit deinen Launen.

Was bin ich für dich?

Ein Gegenstand?

Ein Spielzeug?

Du meldest dich doch bloß,

Wenn jemand anderes keine Zeit hat!

Dann soll ich auf einmal vorbeikommen,

Ich soll da bleiben,

Du bettelst mich an, willst mich sehen.

Aber was soll ich dort?

Wenn du dann nicht mit mir redest,

Dich eigentlich gar nicht für mich interessierst?

 

Ich dachte du wärst anders,

Anders als Erik, der von sich aus behauptete,

Wir wären die besten Freunde.

Erik, den ich nach Jahren wieder traf,

Der mich auslachte, weil ich ihn ansprach.

Erik, der sich nicht an mich erinnern konnte.

 

Ich dachte du wärst anders,

Anders als Simon, der damals freundlich zu mir war,

Simon, der jetzt nich mal mehr weis, wer ich bin,

Es aber zu glauben scheint!

 

Ich dachte du wärst anders,

Anders als Werner, der mich nur verarscht hat.

Anders als Daniel, der mich tief gekränkt hat.

 

Was willst du von mir?

Warum bist du freundlich zu mir

Und am nächsten Tag ignorierst du mich?

 

Du meinst ich kann malen?

Du weist ich lese gerne,

Aber mehr weist du auch nicht.

Vielleicht hast du da einmal hingehört,

Dich für 5 Minuten für mich interessiert,

Doch was soll die Heuchlerei?

 

Wer bist du?

Sag es mir,

Wer bist du

Und was willst du von mir?

Ich weis es nicht,

Du bist mir ein Rätsel!

 

Du meintest du wärst gerne wie Charlie Harper,

Was du nicht weist, du BIST schon wie Charlie Harper.

So egoistisch, so selbstsüchtig.

Immer geht es nur um dich!

Ich, ich, ich wer nicht, wenn nicht ich?

Du wirst nicht ignoriert,

Du ruhst dich aus auf deinem Thron,

Blickst siegessicher auf alle herab.

Fick dich!

Du machst nur Versprechungen und halten tust du keines davon!

Fick dich!

Dauernd wickelst du mich um den Finger,

Bläst mir Zucker in den Arsch

Und nichts davon ist ernst gemeint.

Ich bin deine Rose,

Du merkst  es nur nicht,

Weil du deine Augen nicht aufmachst.

Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht!

Fick dich,

Verschwinde endlich aus meinem Leben.

Dreh dich nicht um und schau nicht zurück,

Verschwinde einfach!

 

Ich bin so wütend auf mich,

Dass mich deine blauen Augen,

Immer wieder blenden können.

Fick dich,

Verpiss dich,

Geh mir aus den Augen.

Ich will dich nicht mehr sehen!

Niemals wieder.

 

 

 

 

 

© Gina (28. dezember 2010)

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Di

21

Dez

2010

Nackt

Ich weis nicht mehr,

wie man atmet,

ohne deinen Duft

in der Nase zu haben.

Vergessen habe ich,

zu sprechen,

ohne dir etwas zu erzählen.

Es ist mir schleierhaft,

zu denken,

ohne dabei an dich zu denken.

In welchem Rhythmus schlägt mein Herz,

wenn es nicht synchron mit deinem schlägt?

Wie kann ich lachen,

ohne über deinen Witz zu lachen?

Wie werd ich weinen,

ohne eine Träne für dich zu vergießen?

Verlernt habe ich zu hören,

ohne deinen Gesang.

Wie soll ich gehen,

ohne dich an meiner Seite?

Wie geht es weiter,

das Gedicht,

ohne über dich zu schreiben?

 

Ich weis es nicht,

sag du es mir.

Sag mir, wie soll ich leben ohne dich?

Mein Herz, meine Seele, mein Ich.

Ich verlasse dich,

ich dreh mich nicht um.

Ich muss nach vorne blicken,

muss atmen lernen, lachen, gehen, hören.

Ohne dich.

Mein Herz muss den gewohnten Rhythmus wieder finden.

 

Lebe wohl,

Mr. M.

es ist vorbei.

Vorbei ist das Versteckspiel.

Ich komm heraus aus dem Kaninchenbau,

offenbare mich, entblöße mich.

Da stehe ich, nackt und ohne Schutz.

Du starrst mich an, verwirrt, entsetzt.

So ist es, Mr. M.

Sie sind vorbei, die Spielchen,

das Warten hat ein Ende.

Das bin ich,

mein wahres Gesicht, verberge es nicht.

Lebe wohl,

Mr. M.

genug hab ich gelitten, gewartet, gehofft.

Und nun muss ich alleine gehen.

Gehen, durch die dunkle Gasse,

das Licht finden, dich nicht mehr an mich binden.

Ich verschwinde, allein im Dunkeln.

Suche mein Herz, trage die Last.

 

Lebe wohl,

Mr. M.,

vorbei ist die Zeit mit dir.

Ich denke an dich,

ich weine um dich,

höre deine Lieder,

lach über deine Witze,

doch atmen muss ich ohne Dich.

Mein Herz vermisst dich!

Doch bald ist alles vorbei,

der Schmerz,

die Heilung tritt ein, wie immer.

Lebe wohl,

Mr. M.

ich träum heut Nacht von dir,

träume von unserem Abschied.

 

 

 

 

© Gina (21. dezember 2010)

gewidmet ... Mr. M. wer immer das auch sein mag 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Di

21

Dez

2010

Leichenblässe

Das Gesicht starr,

kalt und blass.

Der Mund verzogen zu einem letzten Lächeln,

 die Augen fest geschlossen.

Das Haar liegt flach und wallend dar,

der Körper, schlaff und müde, schlafend.

Kalt ist ihr Herz,

doch warm ihr Antlitz,

wie eine Rose, die nie verblüht,

eine Blüte die nie welk.

Tot, vergessen in einem Schlaf,

der Jahre dauert.

Die Lippen rose, so voll, so wartend.

Blass, kalt, tot.

Sie schläft den Schlaf der blutenden Herzen.

Die Spindel dreht sich, freudig sticht.

Tot, verderben, Leichenblässe.

Sie wartet auf den Kuss der Liebe,

schläft und träumt.

Lächelt wacker, die Hoffnung nie schwindet.

Leichenblässe und doch am Leben.

Am Leben für die Liebe,

Leben durch den Kuss.

Noch schlägt ihr Herz in der Brust

und doch ist sie tot.

 

 

 

 

© Gina (6. bis 7. dezember 2010)

 Dornröschen 

 


 

 

 

 

 

 

 

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Di

30

Nov

2010

Müde lege ich mich schlafen ...

Ich habe keine Lust mehr zu essen,

keine Lust mehr,

mit dir zu sprechen.

Alles geht dahin, zerfällt.

 

Ich habe Fehler begangen,

die andere nun tragen.

Dich habe ich verloren,

für immer.

 

Ich habe keine Lust mehr.

Die Lust fehlt mir zu kämpfen,

mich wieder aufzuraffen.

Wirst du mich fangen, wenn ich falle?

 

Du streichst mich jetzt schon aus deinem Leben.

Stoßt mich ab wie eine Last.

Ich fühle mich verflucht,

nie schein ich Glück zu haben.

 

Ich pfeife auf die Liebe,

sie existiert nicht in meiner Welt.

Ich bin allein, verzweifelt,

am Ende.

 

Ich bin müde, lege mich schlafen.

So viel hab ich verloren,

wenig hab ich gewonnen.

 

Niemals bin ich der Sieger.

Verflucht, immer zu verlieren.

 

Ich habe nichts;

ohne dich!

Ich habe nichts.

 

Ich bin müde zu gehen des Weges.

Wer bin ich?

Kennst du mich?

Ich weis oft wie du denkst,

doch weis ich nicht was du fühlst.

 

So sehr wünscht ich, ich hätte dich gewonnen!

So sehr hänge ich an dir.

Die Trennung schmerzt mich mehr als dich,

vergessen wirst du mich!

Schon jetzt vergisst du mich,

während du mir unendlich fehlst.

 

Das Ende naht,

ist zum Greifen nah.

Du siehst mich nicht,

würdigst mich keines Blickes.

 

Ich bin müde, lege mich schlafen.

Ich habe genug gekämpft und zu wenig erreicht.

Emotionslos, taub, verfallen in Selbstzweifel.

Ich wollte dir sagen,

wie sehr ich dich mag,

doch spiele ich mit dem Gedanken,

es einfach zu lassen.

 

Vielleicht gibst du mir nun einen Grund,

dich nicht mehr zu mögen.

Vielleicht bist du auch einfach froh,

mich los zu sein.

 

Was hab ich getan,

dass alles aus dem Ruder läuft?

Ich bin verflucht, verfolgt von Pech!

 

Ich schlafe und warte,

warte auf den Tag,

an dem sich das Blatt wendet.

Der Tag,

an dem ich im Licht stehe.

 

Ich schlafe,

bis der Vorhang fällt.

Ich schlafe,

bis meine Welt nicht mehr zerfällt.

Ich schlafe und warte auf dich.

Wart ich vergebens, verbrenne ich!

 

Erwecke mich aus dem Schlafe der Trauer.

Bring mich zum Lachen,

versüß mir den Tag.

 

Was hab ich getan,

warum leb ich im Schatten?

Unglück bricht herein,

zerstört meine Welt.

Ich verschließe mich,

bau eine Mauer auf.

Verstecke mich,

will nur gefunden werden;

von dir.

 

Ich warte.

Ich bin müde, ich lege mich schlafen.

Ich flehe dich an, mich nicht zu vergessen.

Vielleicht kommt bald die Zeit,

dann wartest du,

wartest bis ich aufwache,

bis ich dir sage, was ich fühle.

Vielleicht kommt die Zeit,

da vermisst du mich

und denkst an mich, mit lächelndem Gesicht.

 

 

 

© Gina (30. november 2010) 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Do

25

Nov

2010

Die Kunst des Versagens

Es ist Kunst, reine Kunst.

Das Versagen,

nicht verzagen,

weiter fragen,

doch es bringt nichts.

 

Immer wieder diese Leier,

immer wieder quält sich Meier,

plagt sich, schickt sich, ackert.

Für nichts!

 

"Wie soll es weitergehen?",

fragt der Chef schon ganz verzweifelt.

Wenn sich Meier  mal wieder so ereifert,

und auf ganzer Linie stolpert.

Nichts!

 

Nichts bringt ihn weiter diesen Meier,

immer fällt er wieder hin,

hat sein Bestes doch gegeben,

doch das alles ohne Sinn.

 

Was bringt das Schuften,

ohne Früchte, die zu tragen?

Er lebt in Schluchten,

der Herr Meier

und will doch nicht verzagen.

 

Verzweiflung, Wut und noch mehr Ansporn,

doch er schafft es nicht.

Ein Tagedieb, ein Taugenichts,

der Meier schafft es einfach nicht!

 

 

 

© Gina (25. november 2010) 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Di

23

Nov

2010

Das Spiel mit dem Feuer

Ungeduldig wartend sitze ich bei dir.

Ich warte jeden Tag darauf,

dass du dich zu mir drehst und mir dein Herz schenkst.

 

Zu sehr brennt es mir auf der Seele,

dir zu sagen, was ich für dich empfinde.

Ich weis nicht, ob du mich siehst,

mich magst, mich gern hast.

 

Was ist das zwischen uns?

Sind wir Freunde?

Banknachbarn?

 

Ich warte noch bis zu diesem einen Stichtag.

Der Tag, an dem ich es dir sagen kann,

oder nicht kann.

 

Am Liebsten wäre es mir,

du würdest es schon wissen,

zu groß ist meine Angst vor deiner Reaktion.

 

Ich warte,

und doch habe ich keine Geduld.

Ich kann nicht mehr länger warten

und stehe täglich in Versuchung,

dir zu sagen: "Ich mag dich!"

 

Kleine Brocken werfe ich dir hin,

doch du scheinst es nicht zu bemerken.

Du gibts mir Zeichen, Aufmerksamkeit

und doch kann ich nicht sagen,

ob du genauso denkst, fühlst wie ich.

 

Die Liebe,

ein Spiel mit dem Feuer.

Täglich trage ich es aus,

doch ich warte; noch immer darauf,

dass du den ersten Schritt machst,

dass du mir sagst: "Ich mag dich!"

 

Und wir zusammen sind ...

 

 

 

© Gina (23. november 2010) 

  


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Di

16

Nov

2010

Game Over ...

Seit gestern

verfasse ich in meinem Kopf

den Abschiedsbrief an dich.

Wirst du mich vermissen,

wenn ich gegangen bin?

Wirst du an mich denken?

 

Vielleicht nicht,

vielleicht wirst du mich vergessen.

Du merkst den leeren Sitz nicht wirklich,

hast mich schon aus dem Gedächtnis gestrichen.

 

Schon heute würde ich dir gerne,

alles sagen was mir auf der Seele lastet.

 

Doch du bist wieder so anders.

Letzte Woche noch,

da warst du lieb und so zuvorkommend.

Du hast mich bei jeder Gelegenheit zum Lachen gebracht.

 

Immer wenn ich versuche,

dich zu vergessen;

machst du sowas.

Du schenkst mir Aufmerksamkeit,

Lachen und das Gefühl,

dass du mich magst.

 

Doch diese Woche ist wieder die Kehrtwende.

Du ignorierst mich,

hörst mir nicht zu,

sagst gemeine Sachen.

 

Ich dachte wir wären nun Freunde.

Doch scheinbar habe ich mich wieder geirrt.

Wie so oft in deinem Falle.

Du machst mich wahnsinnig

mit deinen Stimmungsschwankungen!

 

Heute hätte ich dich als Freund gebraucht,

doch du warst zu sehr mit dir beschäftigt.

Scheinbar habe ich doch eine andere Vorstellung davon.

Freunde.

Sie sind für dich so viel anders als für mich.

 

Heruntergefallen,

schon wieder.

Ich falle in ein tiefes Loch

und du bist niemals da mich aufzufangen.

 

Schon gestern sagte ich dir "leb wohl",

den Brief im Geiste schon verfasst.

Ich warte noch bis Ende.

Und dann ....

Dann wirst du alles wissen,

mich vergessen,

nie mehr melden,

weiter leben.

Einfach so.

 

 

 

© Gina (16. november 2010) 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Fr

12

Nov

2010

Alles und Nichts

Ich habe nichts
und doch habe ich alles.
Ich habe viel verloren
und doch viel gewonnen.
Ich war schon überall
und doch war ich nirgendwo.
Ich habe vieles erlebt
und doch erlebte ich nichts.

So viel scheine ich zu wissen,
doch eigentlich weis ich gar nichts.
Ich bin unwissend, dumm, naiv
und trotzdem Genie.

Alle machen sich Sorgen,
doch das brauchen sie nicht.
Ich war zu oft am Abgrund
und trotzdem bin ich einen Schritt zurück gegangen.
Zu oft stand ich zum Absprung bereit,
bin gesprungen, gefallen
wurde aufgefangen,
fallen gelassen
und doch kam ich wieder hoch,
kletterte mit Hilfe;
selbst
hinauf.
Stein für Stein,
Last für Last
und ich stieg empor aus der Hölle,
herab vom Himmel,
verlor meine Schwingen.
Mein Leben, eine Lüge, die Wahrheit.
Mein Leben, eine Last, die Freiheit.

Die Zeit steht,
schläft, wacht.

Zu jung bin ich zu sterben,
zu alt um zu leben.
Ich bin zu reif
und doch noch zu sehr Kind.

Ich bin welk, verdörrt,
doch blühe ich im vollen Glanze.
Mein Leben ist voll Hass,
voll Liebe;
umgeben von millionen Menschen
und doch bin ich allein.

Ich bin der Fortschritt, der Stillstand.
Ich bin die Zukunft, die Vergangenheit.
Ich bin das Herz, die Seele;
ich bin das Meer, die Natur, die Welt.
Ich bin der Tag, ich bin die Nacht.
Ich bin das Leben, bin der Tod.
Ich bin der Anfang.
Ich bin das Ende.

 

 

 

© Gina (08. juni 2010)

gewidmet B J Armstrong, weil ich an ihn denken musste. 

Titel Dennis Sinock 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sa

06

Nov

2010

Eine kleine Anekdote aus dem Leben

  Meine Damen, meine Herren, was ich Ihnen heute erzähle ist kaum zu glauben, aber es hat sich wirklich zugetragen. Ich spreche nicht von Fiktion, erzähle hier kein Märchen, nein. All das hat sich so zugetragen, wie ich es Ihnen nun schildern werde. Ich fange an, dabei, ich arbeitete bis spät nachts, kam um halb vier morgens nach Hause. Höflich bedacht, schlich ich auf Zehenspitzen, schloss leise die Türe um die anderen nicht zu wecken. Doch am Morgen, ich hatte 4 Stunden geruht, ging der ganze Ärger los. Die Türen knallen, wie so oft auch spät am Abend, laute Musik dröhnt durch das Haus. Wer hält denn das noch aus? Ich stand also auf, was will ich noch schlafen, bei dem Krach, dem Lärm so laut wie im Stadion. Es nimmt kein Ende, keineswegs. Alles wegen einer offen stehenden Tür, stellen Sie sich das vor meine Damen und Herren. Ein Zinnober wegen einer Tür. Sicherlich können Sie sich den Kindergarten darunter vorstellen. Es gibt hier so Tyrannen, die lose von Charakter, lästern und doch so viel schleimen, dass man einen Eimer immer parat zu haben braucht. Der Hausherr ist ne Flasche, vielleicht bumst er ja auch nur gerne, wer weis. Und Beleidigungen darf ich mir anhören, soll ich werte Damen doch am Arsche lecken, doch nun ja, wie soll ich sagen. (Räusper) Schokolade ist mir lieber, außerdem wozu hat man denn Klopapier erfunden? Nicht zu vergessen die Schmarotzer und die Leute, die einem Teller auf die Treppe stellen, zu feige sie zu bringen. Soll ich mir den Arsch denn brechen? Vielleicht zum Vorteil für die Dame, trotzdem zum Nachteil des Herren, denn der dürfte ordentlich blechen. Für IHN, meinen Allerwertesten. Wie lange soll ich dem Treiben noch beiwohnen, soll ich zusehen? Vielleicht hol ich mir Rate beim Amte oder bei den Grünen, in den schönen Jacken. Wann kehrt Frieden ein, wohl niemals. Wer weis ob sie es lesen solch Proleten oder gar schon bei der Überschrift zerfetzten, ist mir gleich. Weil ein Kindergarten nun mal ein Kindergarten bleibt und wer nicht aufhört zu spielen, geht auch nicht nach Hause um zu ruhen.

 

Hochachtungsvoll,

A. Wettstein

 

 

 

 

© Gina (06. november 2010) 

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Sa

06

Nov

2010

Licht und Finsternis

Ich bin ein Schatten,

ein Schatten,

du siehst mich nicht.

Immer war ich jemandes Schatten,

nie stehe ich im Licht.

Die Dunkelheit zerstört mich,

tötet mich.

Ich bin ein Schatten,

ein Schatten,

kann nicht leben.

ohne Licht.

 

Alles ist eitel,

alles vergeht.

Dunkelheit durchbricht mein Gesicht.

Stille, Angst, Einsamkeit,

zerfressen mich.

 

Du hast mir den letzten Rest

Würde genommen,

die letzte Selbstachtung.

Gestern hast du mich zu Fall gebracht,

falle nun in finstre Nacht.

Den Dolche hast du mir

in die Brust gestoßen.

Verloren,

verloren das Glückspiel,

das Spiel und die Liebe.

Alles ist zwecklos als Schatten.

Unsichtbar, einsam, völlig zerstört.

Ein Schatten;

ohne das Licht.

Ein Körper, der bricht.

Ein Schatten, zerfallen in Dunkelheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (03-04. november 2010)


 

 

 

 

 

 

 

 

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Mi

03

Nov

2010

Hinaus in die Ferne, getragen von Träumen

Träume zerfallen wie Kartenhäuser.

Wo ist sie hin, die Zeit,

als man noch unbeschwert Kind sein konnte?

Wann war das zuletzt?

Wie lange mag das her sein?

Der Boden unter meinen Füßen bricht,

der Dorn im Herzen,

des Lebens überdruss,

das Blute sich ergießt zu einem Bade,

der Herr sich dran ergötze,

welche Wonne.

 

Leg sie ab,

die deinen Flügel,

seist nicht mehr beschwingt,

fliegest nicht mehr in Freiheit hinaus.

Hinaus so frei als Kind,

voll Unbeschwertheit,

vollen Glückes,

beschwingt von Liebe,

getragen von Träume,

das Kartenhaus noch höher hinauf.

Flieg auf den Schwingen der Liebe,

stürze hinab zu Grabe.

Lebe mit Würde,

sterbe alleine,

doch lass dich tragen;

von Wissen.

Träume vergehen,

sie sind kein Ziel,

dies weis der Engel gewiss,

weil dieser einst fiel.

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (02. november 2010)


 

 

 

 

 

 

 

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Sa

30

Okt

2010

Sieg und Niederlage

Mühsam erklimme ich den Berg mit Fleiß.

Ich verliere nicht die Hoffnung,

kämpfe mich durch.

Noch ein paar Meter,

es ist nicht mehr weit.

 

Ich erklimme die Spitze,

Atme tief ein und aus.

Endlich habe ich mein Ziel erreicht.

Ich blicke hinunter,

fühle mich stark.

Jubel umgibt mich,

sie treiben mich an.

Ich recke die Brust aus,

richte mich auf.

Fühle mich als Gewinner, als Held.

Ich sule mich im Glanze des Sonnenlichtes,

Ergötze mich im Siege.

 

Doch dann ...

Die Erde bebt,

der Boden bricht.

Langsam beginnt er Stück für Stück zu bröckeln.

Große Stücke des Berges brechen weg,

mein Fuß gleitet ab.

Noch bin ich fähig,

das Gleichgewicht zu halten.

Und doch,

ich falle,

falle tief ins schwarze Loch.

Es verschluckt mich,

umschließt mich,

nimmt mich in sich auf.

Es lässt mich nicht mehr aus,

für immer.

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (30. oktober 2010)


 

 

 

 

 

 

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Sa

30

Okt

2010

Der freie Fall

Ich stehe oben,

die Schultern gestrafft,

der Wind bläst mir ins Gesicht.

Ich atme die Luft ein,

nehme einen tiefen Zug,

fühle mich frei, so leicht.

Ich sehe nach unten,

leicht schwindelt mir.

Mein Herz pocht hart gegen die Brust.

"Umkehren wäre feige",

denke ich bei mir,

also streck ich die Brust raus und denk an Courage.

Ich nehme Anlauf und stoße mich ab,

breite die Arme aus.

Ich falle,

tief, mit hoher Geschwindigkeit.

Adrenalin stoßt durch meinen Körper.

Die Freiheit umgibt mich,

ein Schwindelgefühl.

Tiefer und tiefer, rückt der Boden näher.

 

Das Seil strafft sich,

dehnt sich aus.

Hängend baumle ich auf und ab.

Ich packe das Seil und kletter wieder hinauf.

Gespannt darauf,

es gleich nochmal zu versuchen.

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (30. oktober 2010)

Über Bungeejumping 

 

 

 

 

 

 

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Sa

30

Okt

2010

Schuld und Sühne

Das Leben voll Lügen,

voll Heuchelei.

Die Schuld vergrähmt,

nicht einzugestehen.

Die Meinung so sprunghaft,

so unehrlich, unreif.

Die Sühne vergolten,

mit Lügen gestraft.

Das Leben voll Lügen,

voll Heuchelei.

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (27. oktober 2010)

 

 

 

 

 

 

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Sa

30

Okt

2010

Von dir, DIR, mir und dem Ende

Und wieder verfalle ich in meine kleine Depression.

Ich sehe hinab in die Tiefe

und denke zum ersten Mal seit langem nicht an Selbstmord.

Ich lebe dazwischen,

zwischen Leben und Tod,

doch das Leben bestrebt mich nun mehr,

der Tod wirkt irrelevant.

Kein Grund zur Lösung.

Ich bin im Reinen mit dem Leben,

verabscheue den Tod,

doch Depressionen habe ich dennoch.

Wieder kommt die Zeit,

wo ich an dich denke,

dich vermisse.

Ich träumte von dir, vom Tod.

Doch es geht mir gut,

denn ich träume auch von DIR

und das macht mich glücklich.

Selbst wenn du mich jeden Tag

in ein Wechselbad der Gefühle stürzt.

Ich mich täglich zwischen Höhen und Tiefen befinde.

Mir geht es gut,

denn sonst würde ich hinabblicken,

hinab in die Tiefe.

Und mir bildlich vorstellen,

wie mein Körper

auf dem Boden aufschlägt.

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (22. oktober 2010)

 

 

 

 

 

 

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Sa

30

Okt

2010

Tod und Verderben

Der Hauch des Todes umgibt mich,

schließt mich ein.

Ich träumte von dir,

der tot ist.

Welch grausamen Tod du erlitten

im Traum,

doch nicht in Wirklichkeit.

 

Der Tod verfolgt mich,

auf der Straße.

Lässt die Erinnerungen an den Traum

von neuen Entfachen.

Holt mich wieder ein.

 

Helft mir,

nehmt mir die Angst.

Der Tod sitzt auf meiner Schulter,

packt mich

und holt mich ein.

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (08. oktober 2010)

 

 

 

 

 

 

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Sa

30

Okt

2010

Dear Mr. M.

Ich liebe die Art,

wie du mit mir sprichst,

deinen Duft,

wenn du dich zu mir herunterbeugst.

 

Ich liebe deinen Humor,

die Art, wie du dich bewegst,

mich ansiehst.

Ich liebe dein Lachen,

deine Stimme.

 

Ich liebe,

die möglicherweise versteckten Zeichen,

die du mir gibst,

die mir sagen,

dass du mich magst.

Ich liebe deine Art,

mich Dinge zu fragen,

die du nicht verstehst.

 

Ebenso liebe ich auch,

wie du mir Sachen erklärst,

welche Geduld du dafür aufbringst.

 

Und doch,

wünschte ich trotz allem,

ich könnte dich hassen.

Den Kopf hast du mir verdreht,

Tag für Tag wird es noch schlimmer.

Doch nichts fruchtet ...

 

Ich ertrage deine Anwesenheit schwer,

dein Anblick, so schön er auch ist,

schmerzt mich.

Es durchbohrt mich,

wie die Spitze eines Dolches.

 

Gib mir einen Grund,

dich zu hassen,

damit ich dich vergessen kann!

 

Ich hasse dich!

Ich hasse dich, weil ich dich liebe.

 

Du strapazierst meine Geduld,

wie ein Faden, der bald reißt.

Was willst du von mir?

Was ich von dir will ist offensichtlich.

 

Du machst mich fertig,

Tag für Tag.

Und doch kann ich dich nicht loslassen.

Ich komm nicht von dir weg.

 

Immer wenn ich es versuche,

kommt irgendetwas,

was dich noch näher an mich bindet.

 

Das Schicksal spielt mir einen Streich,

quält mich;

es blutet mir das Herz aus.

Und doch warte ich,

ich warte vergebens.

Weil nichts fruchtet.

 

Lebe wohl,

Mr. M.,

spiel keine Spielchen mehr mit mir.

Lass mich in Frieden gehen,

dich vermissen,

vergessen,

und nicht hassen.

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (30. oktober 2010)

 

 

 

 

 

 

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Fr

08

Okt

2010

I'm haunted... and that sucks!

 

 

Everywhere I go I see your face..

In different people.. similar people..

And everytime I think it’s you I’m shocked..

My heart froze into a cold stone..

Gets heavy and it’s sinking deeper into my feelings..

Is melting away.. and implodes..

Cures.. flies.. get’s soft again..

Reminiscences are sliding over and over again..

Up and down..

His voice.. I remember his voice again..

Hear all the words he said to me..

He sang to me..

His smile.. the way he was moving..

The little moves he did when I was around..

Remember stars.. an arrow..

Every little thing that was important for me..

Only because I saw him in all these things…..

 

And I'm a little bit lost without you.. and a bloody big mess inside...

 

 

 

© Jane - 8. Oktober 2010

gewidmet B.

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Mi

06

Okt

2010

And always it's YOU...

I turned my head to the left

And there he was..

My eyes wide open..

His face.. his hair..

It was him.

And my heart stops beating..

After all this time.. almost 4 years

It was still like someone have thrown a knife into my heart

To split it in billions of pieces

Lying on the floor.

I never thought

That only 15 seconds..

15 fucking seconds..

Could change my whole day.

I never thought that he..

could still change it.

I wasn’t myself anymore..

Was starring straight to something else far away.

My heart hurt.. I felt like I would explode..

My mind was gone..

Sitting.. starring..

I regret that I was only starring at him..

A piece of me wanted to run to him..

Screaming his name..

Want to look into his eyes.. again..

Only for 1 second..

To get a salvation.

The final salvation..

But I let this moment passing by..

And I’m still feeling like I want to run away..

Far away.. away from this pain.

 

‘Cause after loving you.. I can never be the same.

 

 

© Jane - 6. Oktober 2010

gewidmet B.

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Di

05

Okt

2010

Das Leben ohne dich, ist wie Weihnachten ohne Lebkuchen ...

 

Der Tag ist trüb, heute.

Regen fällt auf die Erde.

Der Boden benetzt von kleinen Tropfen,

rutschen die Blätter hinab,

rieseln dahin

und sickern in die Erde.

 

Ich esse Lebkuchen

und schwebe in Weihnachtsstimmung.

Denke an dich,

der nur einmal den Schnee erlebt hat.

Beinah verschwindest du in den Schneemassen,

alles weiß bis auf die rosa Nase,

die schwarzen Flecken.

 

Der Tag ist betrübt

ich denke an dich,

habe Sehnsucht nach dir.

Ich vermisse dich!

 

Schlafe mein Liebling,

sei immer getrost,

ich werd dich nie vergessen.

Dein Gesicht,

deinen lebhaften Geist.

 

 

 

 

 

 

© Gina (05. oktober 2010)
gewidmet ... Kalle <3

 

 

 

 

 

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Fr

01

Okt

2010

Der "lass uns; uns besser kennen lernen Tag"

 Geplagt von schlechter Laune

durch kalten, feinen Nieselregen,

komm ich morgens bei dir an

und du hast schon den ersten Witz im petto.

 

So schnell erhellst du mein Gemüt,

nimmst mir meine schlechte Laune,

lässt sie überschwenken in Gelächter.

 

So schön, der Tag heute,

so lebhaft und humorvoll.

Du erzähltest mir von dir,

ich dir von mir

und so lachten wir gemeinsam,

den ganzen Vormittag.

 

Doch kaum bist du fort,

schon beginne ich wieder zu grübeln,

über Dinge die nicht sind.

 

So schön der Tag mit dir,

doch so schmerzhaft mit dem Wissen,

dass ich dich nicht haben kann, darf.

 

Ich denke zurück an die schönen Stunden,

selbst wenn mich die Melancholie bereits

wieder einzuholen wagt.

 

Ich warte auf ein wir,

ein du und ich, gemeinsam.

 

Ich warte auf dich,

mein Held,

mein Freund,

mein Herz.

 

 

 

 

 

 

© Gina (01. oktober 2010)
gewidmet ... Mr. M.

 

 

 

 

 

 

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Di

28

Sep

2010

.

Und du wirst eine weitere

von den Schattenpersonen werden,

die, die mich verlassen,

einfach gehen,

mich vergessen.

 

Jeder Tag an deiner Seite

ist wie 1 000 Nadelstiche.

Stiche, direkt in mein Herz.

 

Wie eine Strafe auferlegt.

Doch ich dulde es;

ein ganzes Jahr.

 

Und ich sterbe, jeden Tag,

da ich weder mit dir,

noch ohne dich leben kann.

 

 

 

 

 

© Gina (27. september 2010)

 

 

 

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So

26

Sep

2010

Zum Andenken ..

Mal wieder gehe ich an deinem Grab vorbei ..
halte Ausschau nach dir und weis nicht warum.
Ich warte darauf, dich dort liegen zu sehen,
so als ob du nur schliefest.

Melancholie umgibt mich ..
ich denke an dich,
Tag ein Tag aus ..
Ich vermisse dich!
Bei Nacht .. bei Tag.

 

Halte dich in Ehren ..

jeden Tag.
Bis ich sterbe.

 

 

 

© Gina (23. september 2010)
gewidmet ... Kalle <3

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Mo

20

Sep

2010

Glücksspiel

 

 

Noch warf er einen letzten Blick in den Spiegel und knöpfte sein Jackett zu. Er war keine Schönheit, hatte eine krumme Hakennase, sein schütteres Haar war beinahe grau, obwohl er an Jahren, noch nicht einmal die 30 erlangt hatte. Seine Augen waren grün mit gesprenkeltem Braun, doch sehr besonders schienen sie nicht zu sein. Frauen meinten oft, er hätte ein seltsames Gemüt, Freunde meinten, er sähe aus, als würde er alle Lasten des Lebens auf seinen Schultern tragen. Er machte sich nichts daraus, denn er war stolz und selbst, wenn andere Zweifel an ihm hatten, so wusste er doch tief in seinem Inneren, dass er Aufmerksamkeit verdient hätte. Dass er schön und besonders sei, auch wenn dies nicht den Anschein machte.
Er ging hinaus zur Tür, ins Casino. "Heute spiele ich um des Lebens Glück."
Und so begann er ein Spiel nach dem anderen, Karten wanderten über den Tisch, Chips wurden gelegt, Geld wurde geboten. Und er verlor. Er verlor beinahe alles, bis auf ein paar Groschen. Am Ende saß nur noch ein einziger Mitspieler am Tisch. Vornehm war er gekleidet, die Haare exakt gekämmt, das Gesicht ohne jeden Makel.
"Noch ein Spiel.", dachte er. "Noch eines und diesmal wirst du als Sieger von diesem Tisch gehen." Der Fremde brachte seinen Einsatz. Er zählte sein Geld, hoffte es würde reichen. Und auf den Cent genau, reichte es aus, um noch eine Runde mitzuspielen, noch einmal sein Glück zu versuchen. Der Einsatz war gegeben, die Karten lagen auf dem Tisch und er wartete. "So lange habe ich auf den Sieg gehofft, gewartet und nun endlich, werde ich am Zuge sein und als Sieger hervor gehen."
Die letzten Karten wurden aufgedeckt, das Ergebnis wird verkündet: "Und der gesamte Betrag geht an den gutaussehenden, vornehmen Herren, ich gratuliere."

 

 

 

 

 

© Gina (17. september 2010)



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Mi

15

Sep

2010

Nichts auf der Welt raubt Erdnussbutter so sehr den Geschmack wie unerwiderte Liebe!

 

 

ich weis,
dass dir nicht bewusst ist, dass du gemeint bist.
ich weis nicht, warum ich nun wieder,
deine ungeteilte aufmerksamkeit erhalte.
ich quäle mich,
tag aus,
tag ein.
so gerne würde ich dir all die worte ins gesicht sagen,
die worte die ich niederschreibe.

du bringst mich zum lachen,
du erheiterst mein gemüt auch dann,
wenn ich unendlich traurig bin.
manchmal zeigst du mir interesse,
doch manchmal auch die kalte schulter.
ich weis oft nicht, wo ich stehe,
woran ich bei dir bin.
bin ich freund?
magst du mich vielleicht mehr?
stellst du dir manchmal vor, es gäbe uns?

es verdirbt mich,
zu wissen, dass ich niemals das bekommen kann,
was ich mir wünschte.
und du verletzt mich unbewusst,
indem du aufmerksam bist,
doch nur für kurze zeit.
so wünscht ich manchmal,
du wärst es nicht.
und so könnte ich vielleicht,
schneller dein gesicht vergessen.

nichts auf dieser welt ist schlimmer,
schmerzvoller,
zerstörender und bitterer,
als die unerwiederte liebe.
doch ungewiss zu sein,
ist wie jahre in der hölle,
tage bei finstrer nacht.

doch der mut,
der fehlt mir.
der mut, dich einfach mal zu fragen,
dir zu sagen,
ich liebe dich!

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (15. september 2010)
dear mr. m, b. a., buuzi oder seit neuestem auch mr. red bull
Titel zitat: charlie brown (peanuts) 

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Do

09

Sep

2010

Die Rastlosigkeit der Heimatlosen

Er stand vor dem großen Spiegel in Mutters Schlafzimmer und knöpfte sein weißes Sonntagshemd zu. Vier Tage ist es her, seit der Brief eingetroffen war. Vier Tage.

Er nahm sein Jackett vom Bett, dass sich seine Eltern seit Jahren teilten. Eine Ehe mit Höhen und Tiefen und doch, lange andauernd. Er rückte den Kragen zurecht und betrachtete sein Spiegelbild. Vier Tage und das Leben ist anders. Mutter war zusammengebrochen, brauchte einen Stuhl, verfiel im Tränenmeer. „Mein Junge, wieso? Wieso mein Junge?“, fragte sie immer wieder. Doch er konnte ihr keine Antwort geben. Niemand konnte das. Er schlug den Kragen auf um sich die Krawatte umzubinden. Warum man sich so fein macht, verstand er nicht. Es gab keinen Grund zum feiern, kein Grund zum Lachen, sondern zum weinen. Auch ihn schmerzte die Nachricht. Es war sein Bruder, der Held. Immer hatte er ihn beschützt, ihm mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Doch nun war er fort, für immer.

Er rückte die Krawatte zurecht. „Ich sehe ihm nicht mal ähnlich“, dachte er. Und doch war es sein Bruder; der der unter Depressionen litt, nachts nicht schlafen konnte, weil ihn Alpträume quälten. Er kannte ihn nicht wieder, als er wieder kam, von fern. Angst, er hatte Angst und schreckliche Panik. Sein Bruder, der niemals Furcht zeigte, der niemals Angst hatte. Sein selbstbewusster Bruder, der jedes Mädel locker anreden konnte, mit jedem gut Freund war. Er war nicht mehr er selbst, als er zurückkam. Und nun … kommt er nicht wieder.

Er knüpfte die Manschetten ans Jackett. Er sollte gut aussehen, den besten Anzug sollte er tragen. Im Grunde war es seinem Bruder egal, was er trug. Denn wichtig war nur, dass er an ihn dachte.

 

 

 

 

 

© Gina (09. september 2010)

Dies sei allen gewidmet, die im Krieg ihr Leben ließen …

… und auch ihren Angehörigen.

 

 

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Mo

06

Sep

2010

Ich schimpfe dich MÖRDER!

 

 

 

 

Du hast mich ermordet!
Du, mit deinem schicken Wagen.
Bist womöglich einfach weiter gefahren,

hast nicht gekuckt, wie es mir geht.
Du hast mich ermordet!
Du, der sicherlich zu schnell gefahren ist.
Du hast mich ermordet!
Und zeigst wahrscheinlich nicht mal Reue.
Du hast mich ermordet!
Gestern oder heute morgen.
Das Schicksal meiner Angehörigen ist dir egal.
Du bringst es nicht fertig, Ihnen dein Mitgefühl auszusprechen,

denn ich bin ja nicht wichtig.
Ich bin ein Gegenstand in deinen Augen,

dir käme nicht mal in den Sinn, dass ich für jemanden wichtig sein könnte.
DU MÖRDER!
Lebst seelenruhig weiter und forderst vielleicht schon bald das nächste Opfer.

 

 

 

 

 © Gina (23. august 2010 )

 

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Mo

06

Sep

2010

Sehnsucht

 

 

Ich habe Sehnsucht nach dir,
nur weil es mir schlecht geht.
Ich habe Sehnsucht nach dir,
obwohl du nicht einmal zu meinen engsten Freunden gehörst.
So gerne würde ich aufheiternde Worte von dir hören.
Einfach, dass du mich zum Lachen bringst.
Ich sehne mich nach deiner Nähe,
nur weil ich eine Schulter zum Ausheulen brauch.
Ich habe Sehnsucht nach dir,
ich wünsch mir nur ein paar Worte,
selbst wenn es albern klingt,
sehne ich mich nach dir.
Ich wünschte du wärst jetzt hier.

 

 

 

© Gina (20. august. 2010)
gewidmet M. A.

 

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Mo

06

Sep

2010

Silence

Ich isoliere mich,
verberge mein Gemüt.
Ich kapsle mich ab,
verschwinde,
tauche unter.
Ich will allein für mich sein.
Nachdenken,
zu mir finden.
Meine Ziele neu koordinieren.

Wo ist er, mein Focus?
Welches ist mein Ziel?
Warum bin ich diesen Weg gegangen?
Ist es denn der Richtige?
Wer bin ich?
Was mach ich?
Wo komme ich hin?
Wer werde ich sein?
Wo ist mein Weg, wo ist mein Ziel?

Ich isoliere mich ...
ich bin allein ...
steh hier im Regen ... ohne Schirm.

Ich isoliere mich,
zieh mich zurück

und der Rest ....
ist Schweigen

 

 

 

 

© Gina (29. juli 2010) 

 

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So

01

Aug

2010

Mädchen A.

Seelenverwandtschaft.

Unsichtbares Band.

Tiefgründig.
Humor.

                           Lachen.

                          Augen.

                          Helden.

                          Ewige Liebe.

Ein paar Wörter die zu uns gehören.

Uns beschreiben.

Das mit uns. Diese Verbindung.

Du bist der rote Faden,

der sich durch mein Leben zieht

und kein Ende hat.

Der niemals enden wird,

mir beiseite stehen wird

auch an den schlimmsten Tagen,

den traurigsten Momenten.

In glücklichen Augenblicken mit mir lachen wird

und mit mir ausflippt,

auf eine Weise,

die nur uns beiden gehört.

Du bist einzigartig

und das wunderbarste Wesen auf Erden.

Meine Liebe zu dir übersteigt jegliches Sein,

denn du bist mein zweiter Teil.

Das Gegenstück zu meiner Seele.

Die Antwort auf alle Fragen.

Mein Mädchen A.

Ich liebe Dich, Schwesterherz.

 

 

© Jane - 1. August 2010

 

 


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Mi

28

Jul

2010

Freaky (Originaltitel im Anhang)

Lucas: „Jack, wieso Jack?“
Larry: „Warum hast du das getan Jack?“
Travis: „Was ist los mit dir Jack?“
Jack: [wimmer]
Jensen: „Das war nicht rechtens Jack!“
Jack: [schluchz]
Travis: „Nun hör aber auf Jack, immerhin bist du doch selber Schuld!
Du hast dich schließlich selbst in die Lage gebracht.“
Jack: „Nein, nein, nein ich war das nicht!“
Larry: „Aber wer sonst, Jack?“
Jensen: „Ja Jack, wer sonst? Immerhin hast du das dem Mädchen angetan.“
Lucas: „Ja Jack, du warst derjenige, den man blutverschmiert vorgefunden hatte.“
Jack: „Ich war das nicht ich war das nicht!“ [vor- und zurückwippend]
Travis: „Ooh doch, du und sonst hier keiner.“
Jack: „Das ist nicht war!“ [schreinend]
Travis: „Ist es doch.“

Jack: „Nein! [schreinend] … Nein [letzteres wieder kleinlaut]

Lucas: „Aber vielleicht hat er recht, vielleicht war er es wirklich nicht.“

Larry: „Also Lucas, die Fakten liegen vor, das ganze ist völlig offensichtlich.“
Jensen: „Sehe ich auch so, er hat definitiv das Mädchen vergewaltigt und
anschließen mit einem Küchenmesser erstochen.“
Lucas: „Aber Travis war doch scharf auf das Mädchen.“
Jensen: „Ja Travis, stimmt.“
Travis: „Seid ihr wahnsinnig? Ich wollte das Mädchen überhaupt nicht.
Die war doch so hässlich wie die Nacht schwarz!“
Larry: „Erzähl keine Märchen Travis, du hast doch gesagt sie währe das Topmodel schlecht hin. Und jetzt sieh dir den armen Jack an, der hier wimmernd und wippend in der Zelle sitzt und leugnet.“ 
Lucas: „Ja, er leugnet und ich beginne mich zu fragen warum. Irgendwann muss doch mal genug sein.“
Jensen: „Ja richtig, sicherlich ist er unschuldig.“
Travis: „Ach haltet doch euer Maul! Gar nichts wisst ihr. Der gute Jack und ich,
wir haben das zusammen gemacht. Ja zusammen gemacht haben wir es.“
Lucas: „Also gibst du es zu ja?“
Travis: „Nein, niemals! Ich war auf das Mädchen scharf und Jack sollte mich mit ihr bekannt machen, da er sie doch kannte. Nicht war Jack, du kanntest das Mädchen?“ 
Jack: [schnief]
Lucas: „Und dann? Bist du über sie hergefallen und jetzt schiebst du alles dem armen Jack in die Schuhe.“
Larry: „Ja, so muss es gewesen sein.“
Travis: „Nein war es nicht! Jack hatte sie erledigt, bevor ich eingreifen konnte!“
Jensen: „Ach Travis das glaubt dir doch keiner.“
Larry: „Da stimme ich zu, du warst es und beschuldigst ihn.“
Lucas: „Richtig, dem stimme ich bei.“
Travis: „Ihr wisst ja gar nicht, was ihr für einen Unsinn redet.“
Jack: „Haltet endlich den Mund! Es ist alles nur deine Schuld, deine! Lasst mich gefälligst in Ruhe!“
Wächter: „Was ist denn da drin für ein Krach? Leg dich hin und schlaf Gefangener.“

Der Wächter leuchtete mit der Lampe in Jacks Zelle, wo dieser auf- und abwippend auf seinem Bett saß, sich die Ohren zu hielt und wimmerte: „Es war Travis, ja Travis hat es getan.

 

 

 

 

© Gina (18. juli 2010) - Freaky/Multiple 


 

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Di

20

Jul

2010

Ich sehe dich - für immer

Ich sehe dich wandern,
bei Nacht, bei Tag.
Ich rufe deinen Namen
doch kommen meine Rufe
nicht an dein Gehör.
Fort bist du seit Stunden, Tagen.
Seit Wochen suche ich nach dir.
Fort bist du seit Monaten, 1 Jahr.
Noch immer sehe ich dich wandern,
auf der Straße, dem Weg.
Es schmerzt;
so frisch ist noch der Schmerz,
so neu sind die Erinnerungen.
Blutendes Herz kann keinen Abschluß finden.
Ich sehe dich wandern, Tag für Tag,
Woche für Woche
Monat um Monat
Jahr für Jahr.
Ich sehe dich - für immer!

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (20.juli.2010) - gewidmet Mino 

 

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Do

15

Jul

2010

Du und Ich – Gegen den Rest der Welt

Lebendige Erinnerungen

gefangen in einem Traum.

Traumgebilde,

die einst Realität waren,

verschwimmen in der Unendlichkeit

des Vergessens.

Greifende Hände,

halten einen Teil davon fest,

gleiten hindurch,

krallen sich ein,

ziehen ihn heran

und drücken es an sich.

 

 

© Jane - 16. Juli 2010

 

 


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Do

15

Jul

2010

B.

Mit jeder Faser meines Herzens

versuche ich mich an deine Stimme zu erinnern.

An die Art wie du etwas gesagt hast,

bestimmte Sätze,

die in meinem Kopf nur noch aus Buchstaben bestehen.

Buchstaben ohne Seele. Ohne Aussage.

Sätze, auf einem Blatt Papier,

haben keine Bedeutung mehr,

da sie nie mehr aus deinem Mund

an mein Ohr dringen werden.

Eine Erinnerung drängt sich hervor,

doch ich fühle die Berührung nicht mehr.

Alles verschwindet.

Bis auf eins. Ein kleines Detail,

brennt sich immer noch tief in mein Herz.

Ohne Anfang und ohne das ersehnte Ende.

 

 

© Jane - 15. Juli 2010

 

 


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Mo

12

Jul

2010

ich warte

kann nachts nicht schlafen ...
kann nachts nicht ruhen ..
denke an dich!
mache mir sorgen ...

regen fällt in strömen herab
weicht die erde auf
fließet geschwind die rinnen entlang
der gully fängt die tropfen freudig auf
vergehen im flusse.

denke an dich,
wo du dort draußen bist im schlimmen wetter
kann dich nicht erreichen
es dröhnt nur gewitter.
mache mir sorgen,
habe angst um dich,
mein herz bebt bei jedem geräusch
ich warte auf dich!

ich schicke dir küsse und hoffe von herzen
dir gehe es gut und hast keine schmerzen
ich denke an dich und drück dich an mich
ich kanns dir grad nicht sagen, doch ich liebe dich <3

 

 

 

 

 

© Gina (12. juli 2010) 

gewidmet meinem Pappa <3

 

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Mo

05

Jul

2010

Diese Worte.

Die Farben des Regenbogens

verblassen neben Dir.

Die Schönheit der Rosen

zerbricht gegen den Glanz

Deiner Augen.

Der süßeste Geschmack der Welt

verzaubert nicht mehr,

hat man jemals Deine Lippen geküsst.

Die wohlklingenste Meldoie

besitzt keinen Ton mehr,

vernimmt man einmal Deine Stimme.

Der atemberaubendste Duft verweht

atmet man einmal Deinen Duft ein.

Die zarteste Blüte

kommt Deiner Haut nicht gleich.

Du bist das göttlichste Kunstwerk,

welches die Welt hervorgebracht hat.

Und all das,

reicht nicht einmal im Ansatz aus,

um Dir gerecht zu werden.

Denn Du bist einzigartig

und so unglaublich kostbar,

dass die schönsten Dinge

ihre Bedeutung verlieren.

Meine Liebe zu Dir

übersteigt den Horizont

jeglichen Seins.

Du bist so wunderbar,

wie nichts auf dieser Welt

und diese Worte

sind nicht genug,

um zu beschreiben,

was Du mir bedeutest.

 

 

© Jane - 14. März 2005

gewidmet M.

 

 


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Mo

05

Jul

2010

Einzigartig.

Du bist für mich

wie die leichte Brise,

die die Blätter an den Bäumen

zum Tanzen bringt.

Wie der Sonnenaufgang,

der einen neuen Tag beginnt

und ihm seinen Glanz verleiht.

Die Hoffnung,

die ich brauche,

um mein Leben zu erfüllen.

Deine Augen sind so tief

und unergründlich

wie der Kosmos der uns umgibt.

Man kann sich in ihnen verlieren

und doch sind alle Antworten,

die ich suche

in ihnen verborgen.

Du bist en Wunder,

geschaffen von der Natur.

Jedes Detail an Dir

ist ein perfekt kreiertes Meisterwerk.

Ein Kunstwerk,

das durch die Welt wandert

und alles schöne verblassen lässt.

Das Leben hat Dich zu dem gemacht,

der Du bist.

Und dabei hat es

keinen Fehler begangen.

Du gibst der Welt

ihre Farben,

ihre Düfte,

ihre Einzigartigkeit.

Du erhellst das Leben

aller Menschen um Dich herum.

Und ohne Dich

wäre besonders mein Leben

trist, farblos -

und was am wichtigsten ist:

Ohne die Liebe,

welche Du mir schenkst.

 

 

© Jane - 27. Februar 2005

gewidmet M.

 

 


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Mo

05

Jul

2010

Abstellen ...

Alles.

Einfach alles erinnert mich an Dich.

Ein Hauch. Ein Duft. Ein Irgendwas.

Schon eine einzelnde Silbe genügt;

lässt meine Gedanken zu Dir gleiten

Obwohl ich im Innersten weiß,

es ist vorbei.

Schluss, Aus, Ende.

Und egal was ich auch tu,

es gibt kein zurück mehr!

Doch..

wie Du selbst einmal sagtest:

Meine Gefühle zu Dir einfach abzustellen...

Mein Herz hätte diesem Druck nicht stand gehalten.

 

 

© Jane - 11. Juli 2006

 

 


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Fr

02

Jul

2010

Kreide & Farben ..

 

Ich mal mit Kreide in meiner Welt.

Male bunte Facetten aus Glück

und schwarze Marionetten aus Trauer.

Die Welt verwischt,

wenn glasklare Tränen

aus Liebe und Schmerz geformt

einen Teil davon auslöschen.

Manchmal bleibt eine glitzernde Spur

aus zahlreichen Farben.

An anderen Tagen überschatten

graue Schleier den bunten Teppich

und die Spuren der farbenfrohen Kreidegebilde

bahnen sich nur schwer ihren Weg an die Oberfläche.

 

 

© Jane - 2009

 

 

 

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Do

24

Jun

2010

Wiedergeburt / Alles ist erleuchtet

ich schlafe,

träume, von inneren frieden,

von freiheit, davon zu fliegen.

 

langsam erwache ich,

öffne meine augenlider.

alles ist dunkel,

schwarz.

ich kann nichts sehen, nichts erkennen.

ein kokon umgibt mich,

schließt mich ein.

eine mauer hindert mich daran,

zu fliegen, mich zu bewegen.

frei zu sein.

 

ich sehne mich nach sonnenlicht.

kann es kaum erwarten,

frei zu sein.

noch bin ich eingesperrt, befinde mich in einer dunklen kiste.

einem gefängnis, einem käfig.

 

tage vergehen,

wann ist es wohl soweit?

voller erwartungen, was mich dort draußen,

draußen in freiheit, alles noch erwartet.

 

die dunkelheit scheint mich aufzufressen,

ich bin in panik, habe angst.

angst, den sprung nicht zu schaffen!

wirr blicke ich umher, taste nach den wänden, die mich umschließen,

festhalten.

doch nichts geschieht;

bis irgendwann,

ein kleines geräusch, beinahe nicht zu hören,

beinahe lautlos.

knacks!

ich halte die luft an,

stille.

knacks!

licht bricht herein, blendet mich.

erneut; knacks!

sonnenstrahlen durchfluten die dunkelheit.

 

der käfig bricht, die mauern fallen.

der klang der freiheit übertönt die warmen strahlen der sonne.

der horizont erleuchtet,

blitzt im schein der aufgehenden sonne.

 

ich bin frei!

breite die schwingen aus;

fliege in die welt hinaus;

und entdecke, was mir die welt zu bieten hat.

 

 

 

 

 

 

© Gina (24. juni 2010)

 

 

 

 

 

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So

06

Jun

2010

niemals wir

 

wenn ich nicht mit dir spreche,
denke ich, ich bestrafe dich,
doch eigentlich bestrafe ich mich selbst.

ich weis nicht, wo wir sind,
welchen standpunkt wir vertreten.
vielleicht solltest du einfach ehrlich zu dir sein
und ehrlich zu mir sein.

ich bin es leid, die makrele in deinem teich zu sein.
das dauernde anziehen und locker lassen
deiner angelschnur, zerreißt mir meine seele.

sehen wir doch ein,
dass du niemals mein
und ich niemals dein sein werde
und vielleicht ist das das beste.

ich kann nicht mal sagen
'wir bleiben freunde',
denn nicht mal das scheinen wir zu sein.

 

 

 

© Gina (30. april 2010)   

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So

06

Jun

2010

the fuckin' feeling world chaos

it's so easy to adjudicate
easier than tell the truth 
say some truly words. 

it's easier to ignore
than turn and see 
the lovely truth in the green eyes 

an easy live
is so comfortable
it's easier to fight
than talk about the problem

fight in wars
fight in families
fight with friends
nobody's talking about the whole problem

sometimes I want to scream out!
freak out!
and don't give a damn about it!
I want to tell all of you
do something!
fight for life
for freedom 
and talk 
tell the truth 
don't adjudicate

but it's not so easy.

sometimes it's easier
to remain silent 
don't speak
don't make some noise

so I don't have to talk
about a broken heard
about my tears
about my pain
about my loneliness
and about your lies. 

your lies and adjudgement.

 

 

© Gina (5.juni 2010) 

 

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Di

01

Jun

2010

Aus Mangel an Zeit

Es ist so einfach,
das Leben so zu nehmen,
sich zurücklehnen
jeden Tag.
Und darauf zu warten,
dass andre alles regeln,
sich für opfern
deren Zeit
in Anspruch
ohne jeglich zucken, regen
ohne Gedanke
keine Zeit!
S' könnt so einfach sein
das Leben
ohne ständig nehmen
und mehr geben
von Zeit für andre.
Freud kein Leid;
doch vergebens,
keine Zeit!

 

 

 

 

 

 

 

© Gina (01. juni 2010) 

 

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Mo

24

Mai

2010

Das Ende der Welt

Und wenn die Welt in Trümmern liegt,
wirst du nicht der sein,
der sie wieder erbaut.
Und wenn der Krieger fällt im Kampf,
wirst du nicht der sein,
der ihn im Sterben hält.
Und wenn der Boden bricht,
wirst du nicht der sein,
der neue Erde säht.
Und wenn mein Herz splittert,
wirst du nicht der sein,
der es heilt.

Liegt die Welt in Trümmern,
so wirst du nicht der sein,
der die kleinen Hände hält,
denn wenn die Welt fällt,
fällt sie ohne dich,
weil du nicht Teil der Welt bist.

 

 

 

 

© Gina (23. mai 2010) 

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Mi

19

Mai

2010

Eiseskälte

 

 

Mir ist kalt,
so kalt das eiserne Herz in meiner Brust,
das zu zerspringen droht.
Stechend kalt,
so stechend der Schmerz, der sich lösenden Splitter.
Kalt,
das Herz ohne Liebe
so kalt,
das Herz ohne Wärme,
das Herz, das zerbricht.
So kalt,
der Körper, der im Grase liegt.
So kalt,
von Eiseskälte, die ihn umgibt.
So kalt, so herzlos, so leblos.
Kalt, das Herz, der Körper, der Tod.

 

 

 

© Gina (9. mai 2010)  

 

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Mi

19

Mai

2010

Dir, mein Herz, meiner Seele, mein Leben

Dir, mein Herz, meiner Seele, mein Leben,

Ein paar Zeilen heute, zum Ausruck meiner unerschütterlichen Liebe.
Ich sehne mich nach dir,
heute
und auch morgen; und ich stecke voller Vorfreude,
denn bald, schon bald, werde ich deine Stimme wieder vernehmen,
dein Lachen ertöhnen und wir werden wieder eins sein,
wie immer.
Ich liebe dich,
denn du bist meine verwandte Seele,
bescherest mir Frieden und Leben.
Ich liebe dich,
deine unerschütterliche Vollkommenheit bricht das Licht der Dunkelheit
und lässt mein Herz hell strahlen.
Das Leuchten deiner Augen begeistert, lieblich, freudig, schön.
Mich.

In ewiger Liebe

 

 

 

© Gina (15. mai 2010)

gewidmet Hase <3 

 

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Mi

19

Mai

2010

Ein Brief für dich mein Herz, zum Beweis meiner Liebe

Ich denk an dich heute, morgen
und jeden Tag der Woche.
Dies geht über in Monate, bis hin zu den Jahren, die wir uns kennen.
Mir fehlt dein Lächeln, deine Art zu sprechen.
Fasziniert beobachte ich, wie du die Dinge siehst und mir vor Augen führst.
Was magst du nun gerade denken?
In dem Moment purer Vollkommenheit,
mit der du Raum und Zeit ausfüllst.
Mein Liebling,
nie wollte ich dir ferner,
konnte dir nie näher sein als jetzt.
Du bist mein Leben, mein Atem, mein Licht.
Der Klang deines Herzen ist jeder Impuls, der mir neuen Antrieb gibt.
Leben mit dir,
ohne dich der Tod
und so schwöre ich dir ewige Liebe,
bis hin zum Ende
und darüber hinaus.


Ewig Dein.
Ich liebe dich!

 

 

 

 

© Gina (11. mai 2010)

gewidmet Julia <3 

 

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Mi

19

Mai

2010

Ich träumt' heut Nacht von dir

Müde legte ich mich nieder, auf das weiße Kanapee und träumt' heut Nacht von dir. Ich seh dich munter schreiten, an mich denkend, Blumen kaufen. Sehe dein Gesicht lächelnd, ausgelassen und entspannt. Du schreitest Heim zu mir, kommst zurück von deiner Reise und läutest an der Tür. Verwundert schlug ich meine Augen auf, denn ich träumt' heut Nacht von dir, dass du an der Türe läutest und mir bunte Blumen bringst. So öffne ich die Tür und seh in dein Gesicht, das lächelt und mich freudig empfängt.
Ich träumt' heut Nacht von dir, dass du dort an der Türe stehst, mir Blumen reichst und meine Lippen küsst. Und ich träumt' heut Nacht von dir, dass wir für immer vereint beisammen sind.

Am Morgen wacht ich auf, die Sonnenstrahlen erwärmten meine Haut und ich lächelte, mit dem Gedanken an dich, denn ich träumt' heut Nacht von dir.
Die Türglocke läutete, ich reckte, streckte mich und warf mir meinen Morgenrock über. Eilend ging ich nacktem Fuße in die Diele und öffnete voller Vorfreude, die Türe. Denn ich träumt' heut Nacht von dir, du stehest nun davor, freudig wartend bis ich öffne. Und so schließt du mich in deine Arme, küsst mich zärtlich, und drückest den großen bunten Strauß an meinen Rücken.

 

 

 

 

 

© Gina (03. mai 2010) 

 

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Mi

19

Mai

2010

Wir, die Antifreunde

 

 

 

Freunde reden miteinander,
sie hören einander zu.
Freunde erhören einander
und geben zu,
einen Fehler begangen zu haben.
Freunde vertrauen einander
und bringen einander zum Lächeln.
Freunde verstehen einander
und brauchen niemals zu heucheln.
Freunde zeigen Interesse am Anderen,
Freunde sehen in dein Herz.
Freunde teilen miteinander,
sie teilen ihren Schmerz.
Freunde vergeben einander,
vertrauen dem anderen ihr Leben.
Freunde stehn zueinander,
sie sind Freunde für's Leben.

 

 

 

 

© Gina (02. mai 2010)  

 

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Mi

19

Mai

2010

Die Saat die niemals fruchtet

Erwin Scheffler kam abends nach Hause. Erschöpft und schwer atmend, ließ er sich auf dem Holzstuhl nieder, senkte den Kopf und rieb sich die Stirn. "30 Jahre", dachte er. "30 Jahre hatte er für die Firma gearbeitet, sich aufgeopfert und gekämpft." Man hatte ihm die Stelle des stellvertretenden Firmenmanagers angeboten. In Konkurrenz stand ihm nur ein Mitarbeiter im Wege. Jens Hofmeister. Ha, der konnte ihm niemals das Wasser reichen. Hofmeister war jung, gerade 32 geworden und arbeitete erst 2 Jahre in der Firma. Was sind schon 2 Jahre im Vergleich zu 30 jähriger, treuer und loyaler Arbeit? Doch Jens hatte die Stelle bekommen. "Warum er? Warum nicht ich?", dachte Erwin. Der Kopf wurde ihm schwer. Er hatte immer gekämpft. Gekämpft um die Liebe seiner Frau Jutta, die eigentlich jemand anderem versprochen war, doch er konnte ihre Liebe für sich gewinnen. Er hatte gekämpft, als sein Erstgeborenes schwer krank war und doch ist es seiner Krankheit erlegen. Gekämpft um ein gutes Studium zu machen, hatte sich den Weg erkämpft, eines machen zu dürfen. Um eine Ausbildung hatte er gekämpft, hatte alles unternommen in den schweren Zeiten, wo Arbeit sehr dünn gesät war. Auch um die Stelle bei seiner jetzigen Arbeit hatte er gekämpft, wollte herausstechen, der Beste unter all den Bewerbern sein. Hart hatte er geschuftet, um sich einen anerkennenden Platz zu sichern. Jahrelang hatte er gehofft, die Stelle zu bekommen, auf die er so lange hingearbeitet hatte.
Er atmete schwer, war erschöpft und müde.
"Was ist mit dir Vati?", fragte sein Söhnchen und tätschelte ihm das Knie. "Warum siehst du so traurig aus?"
"Ich bin müde, mein Schatz, müde um noch mehr zu kämpfen."
Eine Woche darauf, diagnostizierte der Arzt ein schweres Leiden bei Erwin. Der Krebs sollte ihn dahinraffen. "Das schaffen wir, Liebling, wir haben es doch bisher auch gekonnt.", sprach Jutta ihm Mut zu. Doch wieder sagte Erwin nur: "Ich bin müde, Jutta, zu müde um noch mehr zu kämpfen."
Einen Monat später konnte er nicht mehr gehen, lag im Bett und starrte an die Decke. "Ich bin müde, so müde.", sagte er immer wieder, bis er schließlich starb.

 

 

 

 

 

© Gina (27. april 2010)

 

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Mi

19

Mai

2010

Der geplante Selbstmord

Ich saß in meinem Zimmer und weinte, sah mich um, fragte mich, was ich hier noch sollte. Kurzerhand stand ich auf und begann, all meine Sachen zusammenzupacken. Säuberlich verstaute ich alles in Kartons, verschloss diese und stapelte sie in einer Ecke.
Ich verschenkte alles, alles kam weg. Manche boten mir Geld, doch ich nahm es nicht an, denn dort wo ich hin wollte, brauchte ich keines.
Meine Wohnung war leer, mein ganzer Besitz war verschenkt, geliehenes gab ich zurück, bis nichts mehr übrig blieb. Außer mir.
Ich fragte mich, ob es Sinn hatte, einen Brief zu verfassen, doch ich entschied mich dagegen. Wozu das ganze denn? Also ging ich zur Tür hinaus, warf einen letzten Blick zurück, doch lächeln tat ich nicht. Schnurstracks bewegte ich mich zur Brücke. Die Sonne schien, die Vögel sangen. Der Frühling lag in der Luft. Warm blies mir der Wind ins Gesicht, als ich auf die Brüstung stieg, die Sonne im Rücken, die Arme ausbreitend.
Ich setzte den rechten Fuß voran, schwebte und fühlte mich frei.

 

 

 

© Gina (14. april 2010)  

 

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Do

13

Mai

2010

Dear Mr. M.

Würdest du mich sehen,

du könntest dich mit Freuden daran ergötzen,

was ich dir alles bieten könnte.

Ein Lächeln von dir,

lässt meine Welt perfekt erscheinen,

mein Herz höher schlagen,

kleine Schauer, Schmetterlinge in meinen Bauch jagen.

Ich liebe dich;

und du weißt es nicht;

du weißt nicht, wie sehr ich dich liebe.

Es bricht mir das Herz, denn ich weiß,  

du bist bei ihr, mit ihr zusammen, nicht bei mir.

Mein Herz,

mein Herz, es sehnt sich nach dir,

deinem Lächeln, deiner Nähe.

Ich liebe dich

und du weißt es nicht,

denn deine Augen sind verschlossen,

verschlossen vor mir, der Blick in deine Seele,

der Schlüssel zu deinem Herz.

Ich liebe dich,

doch du siehst es nicht,

denn alles was du siehst ist sie,

sie, mit der du wohl nicht glücklich bist.

Sie, die dir ein Vormund ist.

Sie, die vielleicht für dich wunderschön ist.

Sie, die es ist, die dich kennt.

Sie, die in dein Herz sieht.

Sie, die du liebst.

 

 

 

 

 

© Gina (12. mai 2010)  

 

 

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Do

13

Mai

2010

Der Sprung ins kalte Wasser

Ich fuhr mit dem Rad durch die Straßen.

Nur wage erinnere ich mich an die richtige Einfahrt.

Ist es der richtige Weg, den ich einschlage?

Bekämpfe ich nun die Dämonen, die mich seid Jahren quälen?

Ich muss springen, es wagen, denn wenn ich es nicht tue,

werde ich niemals erfahren, ob es die richtige Entscheidung war.

Mein Herz pocht!

Wohnen sie noch dort?

Oder sind sie bereits weggezogen?

Das Schicksal hätte längst entschieden, wenn sie nicht mehr dort wohen würden.

Langsam gehe ich zur Türschwelle.

Das Namensschild stimmt noch.

Ich habe Schmetterlinge in meinem Bauch, doch ich wage es!

Ich läute die Türglocke und warte.

Nichts tut sich erst, doch dann ...

Dann öffnet sich die Tür und ich wusste, dass es die richtige Entscheidung war!

 

 

© Gina (3. april 2010) 

 

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Do

13

Mai

2010

Weltanschauung

 

Helga: Oh Henry, oh Henry!
Henry: Mmh?
Helga: Was ist nur los in dieser Welt?
Henry: Mmh.
Helga: Das ganze Leid und Elend.
Henry: Mmh.
Helga: Diese Hungersnöte.
Henry: Mmh.
Helga: Der ganze Regen und das kommende Hochwasser.
Henry: Mmh.
Helga: Die armen Menschen.
Henry: Mmh.
Helga: Die Kriege, die wir durchgestanden haben. Wie haben wir gelitten.
Henry: Mmh.
Helga: Hörtest du von den Epidemien? Hast du das gehört? Auch so viele Tiere sind  dabei gestorben.

Henry: Mmh.
Helga: Die Arbeitslosenzahl ist schon wieder gestiegen.
Steht hier in der Zeitung. Wie soll das denn noch weiter gehen?
Henry: Mmh.
Helga: Aber Henry, nun sag doch auch mal etwas dazu. Hast du denn überhaupt keine Meinung?
Henry: Mmh.
Helga: Henry! 
Henry: Helga, hör doch mal auf, die Welt immer nur von einer Perspektive zu sehen.




 

© Gina (2. februar 2010) 

 

 

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Di

11

Mai

2010

Eine Lücke für mehr..

Ist es sadistisch, wenn man sich wünscht die böse Figur in einem Märchen oder einem Film oder einem Buch würde gewinnen? Und endlich würde das unschuldige blondgelockte Mädchen von der Hexe gefressen werden? Oder der Prinz würde vom Pferd stürzen und sich das Genick brechen, nur damit die dumme Prinzessin, die von dem blau-gelben Drachen gefangen gehalten wird auf ewig für diesen putzen müsste? Wahrscheinlich schon. In irgendeiner Weise oder sogar voll und ganz. Sadistisch. Ein Wort, das man sich auf der Zunge zergehen lassen muss. Sa – dis – tisch. Das prickelt. Und löst dieses böse Lächeln in meinem Gesicht aus. Böse. Wohl eher gehässig. Oder vielleicht doch böse. Wer weiß das schon? No-one cares. So oder so hat es doch die gleiche Bedeutung. So im Groben. Und so wie es scheint treffen diese Wörter auch irgendwie auf mich zu. Aber bei dem Wörtchen irgendwie bleibt dennoch immer eine Lücke. Eine Lücke für mehr.

 

 

© Jane - 10. Mai 2010

 

 


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Di

11

Mai

2010

ohne titel

 

schenke nicht jedem dein Herz
sondern schenke dein Lächeln

denn niemand gibt dir die Zuversicht
dass dein Herz dort wohlbehütet ist

niemand weis ob du auch
das Herz des anderen bekommst

aber schenkst du ein Lächeln so ist es gewiss
so bekommst du eins wieder

wenn auch nur für einen kurzen Augenblick

 

 

 

 

© Gina (19. januar 2008)  

 

 

 

 

 

 

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Mo

10

Mai

2010

Das Ende der Straße

06:00 Uhr, das laute Klingeln des Weckers, riss mich aus meinem erholsamen Schlaf. Ich reckte und streckte meine steifen Glieder, gähnte herzhaft und schlug die Bettdecke zurück. Anschließend setzte ich beide Beine auf den Boden und stand schließlich auf. Nach dem Frühstück zog ich mich an, putzte mir die Zähne und machte mich schließlich auf den Weg. Fröhlich pfiff ich vor mich hin und machte kleine Luftsprünge, da ich voll ausgelassener Stimmung war. 

Nach einiger Zeit kam ich wie jeden Morgen auch an Herrn Binders Obst- und Gemüsehandel vorbei. Herr Binder war gerade dabei, ein paar Kisten zu stapeln, hievte eine nach der anderen aufeinander und stellte sie zurecht.

„Guten Morgen Herr Binder, wie geht es ihnen heute.“, grüßte ich freundlich.

„Oh, einen wunderschönen guten Morgen!“, antwortete er und seufzte: „Weist du, meine Frau Erna, der Herr habe sie selig, hat mir diese schwere Kiste voller Äpfel hinterlassen und ich kann sie einfach nicht tragen, so schwer ist sie.“ Er zog von unten her eine große Kiste voll mit roten dicken Äpfeln hervor und nahm sie mühselig auf.

„Ach lassen sie nur Herr Binder, ich werde die Kiste für sie tragen.“, schlug ich vor und nahm ihm die Kiste ab. Dankbar lächelte er, gab mir die schwere Last und meinte: „Das ist nett von dir, du bist wahrhaftig eine gute Seele. Aber sag, wirst du mir die Kiste denn bis zum Ende der Straße tragen? Das wäre wirklich lieb von dir.“

„Jawohl, mein Herr! Ich bin ja noch jung und wenn es sein muss, auch bis darüber hinaus!“ Herr Binder tätschelte mir noch freundlich und dankbar die Schulter, dann ging ich weiter und trug die Kiste vor mich hin. Als ich die nächste Kreuzung überquert hatte, traf ich auf Lisa, ein zierliches kleines Mädchen aus der Nachbarschaft.

„Grüß’ dich Lisa!“

„Hallo, was schleppst du denn da mit dir herum?“, wollte sie wissen und deutete auf die Kiste voller Äpfel.

„Das ist die Kiste von Herrn Binder, ich trage sie bis ans Ende seiner Straße.“

„Ach wie nett, darüber ist er sicher froh und erleichtert, denn er ist doch schon so alt und darf nicht mehr schwer heben.“

Zur Antwort nickte ich nur und bemerkte, dass Lisa einen Rucksack am Rücken trug, der wohl einiges an Gewicht hatte.

„Sag Lisa, “ begann ich und sie blickte mich erwartungsvoll an, „was ist das für ein Rucksack, den du auf deinen Schultern trägst?“

„Ach das.“, meinte sie und winkte ab. „Den hat mir Vati gegeben, er meinte ich müsse ihn nun immer tragen.“

„Aber er sieht schwer aus.“, gab ich zu bedenken, da sie doch so zierlich und zerbrechlich wirkte. „ich könnte ihn dir abnehmen.“

„Wirklich? Das würdest du für mich tun?“, Lisas Augen begannen hoffnungsvoll zu schimmern und somit stellte ich erstmal die Holzkiste ab. Ich bedeutete Lisa, mir den Rucksack zu geben, doch sie zögerte etwas. „Aber du darfst Vati niemals sagen, dass du den Rucksack trägst, sonst ist er sehr böse mit mir.“

Ich versicherte ihr unter energischem Zureden, dass sie ganz sicher sein konnte, dass das unter uns bleiben und ihr Vati es niemals erfahren würde. Ein wenig widerwillig reichte Lisa mir ihren Rucksack und ich schnallte ihn auf meine Schultern. Auch die Kiste hob ich wieder auf und ging weiter meines Weges, Lisa an meiner Seite.

„Trägst du ihn bis zum Ende der Straße?“, fragte sie und ich antwortete bestimmt: „Natürlich und wenn es sein muss, auch darüber hinaus.“ Daraufhin lächelte Lisa und winkte mir zu, als sie in eine andere Richtung bog.

Bald erreichte ich einen kleinen Bach, an dem ein Waschweib eben seine Wäsche gesäubert hatte.

„Hallo!“, grüßte ich fröhlich.

„Oh, grüß dich.“, stöhnte die Frau und knickte beinahe unter ihrem Wäschesack zusammen.

„Das ist aber ein schwerer Beutel, den sie da haben.“, sagte ich.

„Ja, ich kann ihn kaum tragen und ich muss schnell wieder zurück zu meinen Kindern.“

„Geben sie mir doch einfach den Sack, ich trage ihn für sie, bis ans Ende ihres Weges.“ Die Frau schien erleichtert, stellte den Beutel ab, nahm mein Gesicht in ihre beiden Hände und küsste mich dankbar auf die Stirn.

Und so trug ich nun auch ihren Beutel, bis ans Ende ihrer Straße und abends, als ich heim kam, fiel ich erschöpft ins Bett und schlief sofort ein. Ich träumte davon, fröhlich zu pfeifen und zu springen und ausgelassen, wie jeden Morgen die Straßen entlang zu laufen. An den darauffolgenden Tagen trug ich wieder all die Sachen und auch meine eigene Tasche und so ging Jahr um Jahr. Täglich kamen neue Dinge dazu, Schachteln mit kleinen Dingen, winzige Gegenstände, die in meine Hosentaschen passten und auch Kisten. Sie schienen immer schwerer zu werden, Tag für Tag.

Auch meine eigene Tasche wurde schwerer, obwohl ich immer dieselbe Menge an Utensilien hineinpackte. Müder wurde ich und auch der Rücken tat mir schrecklich weh. Doch ich trug all die Sachen, wie ich es versprochen hatte, bis ans Ende jeden seiner Straße, und auch der meinen.

 

 

 

 

© Gina (29. januar 2010)  

 

 

 

 

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